Domino

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Domino ist ein Legespiel mit rechteckigen Spielsteinen.

Die Steine sind in zwei Felder geteilt, auf welchen zwischen null und je nach Umfang des Satzes bis zu 18 Augen in jeweils allen möglichen Kombination abgebildet sind. Die Herkunft des Dominospiels ist unklar. Chinesische Wurzeln und der Import der Steine durch Marco Polo werden vermutet, lassen sich aber nicht mit letzter Sicherheit belegen.

bei Karl May

in Der blaurote Methusalem

"Wo befinden sich die anderen?" fragte Methusalem.
"In Turnersticks Zimmer, wo sie Thee trinken, Pfeife rauchen und Domino spielen. Habe nicht jewußt, daß diese Chinesigen auch dat Domino kennen."
"Sie spielen es sogar sehr gern, doch sind die Steine und Ziffern anders arrangiert als bei uns. Horch!"[1]

in Satan und Ischariot I

Der Ich-Erzähler spielt viele Tage mit seinem Wirt Don Geronimo Domino in Guaymas.

Als die Steine rasselten, bewegte sich Donna Elvira, und als ihr Gatte mir andeutete: "Nehmen Sie sechs; der höchste Pasch setzt an," da hob sie den Kopf. Sennorita Felisa kam mit ihrem Glase herbei und setzte sich zu uns, um zuzusehen. Ich sah, was für Leute ich vor mir hatte. Die Menschen schliefen, wenn sie nicht Domino spielten, und spielten Domino, wenn sie nicht schliefen. Und dabei war Geronimo kaum ein leidlicher Spieler. Ich gewann die erste Partie, die zweite und auch die dritte. Bei der ersten freute er sich; bei der zweiten wunderte er sich, und bei der dritten rief er entzückt aus:
"Sie sind ein Meister, Sennor. Sie müssen bei uns bleiben, damit ich von Ihnen lernen kann. Drei Spiele hat mir noch kein Mensch abgewonnen!"
Die Wahrheit war, daß ich mir gar keine Mühe gegeben hatte; er spielte so mangelhaft, daß es gar keiner Berechnung bedurfte, um ihn zu besiegen.[2]

Später heißt es dann:

Es war mir nach langen, vergeblichen Bemühungen endlich gelungen, den kleinen Don Geronimo eine Partie gewinnen zu lassen. Er zeigte sich sehr entzückt darüber und sagte:
"Jetzt ist der Bann gebrochen, Sennor. Sie geben doch zu, daß ich eigentlich weit besser spiele als Sie, aber das Unglück hat mich bisher auf eine noch gar nicht gewesene Weise verfolgt. Sie erwischten stets die besten Steine, während ich nur solche bekam, mit denen absolut nichts anzufangen war. Nun aber soll es anders werden, und ich werde Ihnen zeigen, wie sehr ich Ihnen überlegen bin. Fangen wir gleich wieder an!"
Er wendete die Steine um und mischte sie zum neuen Spiele.[3]

Anmerkungen

  1. Karl May: Kong-Kheou, das Ehrenwort. In: Karl Mays Werke, S. 36638 f. (vgl. KMW-III.2, S. 262).
  2. Karl May: Satan und Ischariot I. In: Karl Mays Werke, S. 52745 (vgl. KMW-IV.15, S. 9 f.).
  3. Karl May: Satan und Ischariot I. In: Karl Mays Werke, S. 52765 f. (vgl. KMW-IV.15, S. 26).

Weblinks