Franz Sättler

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Franz Sättler

Franz Sättler (* 7. März 1884 in Brüx; † nicht vor 1942) war ein deutscher Orientalist, Schriftsteller und Okkultist und auch unter dem Pseudonym Dr. Musallam (arabisch: "unversehrt") bekannt.

Leben

Sättler promovierte in Orientalistik. Er war Leiter der von ihm in Österreich gegründeten Adonistischen Gesellschaft, die 1936 verboten wurde und bisher nicht wieder aufgelebt ist.

Unter dem Pseudonym Dr. Musallam veröffentlichte Sättler eine Reihe okkulter Schriften zu Magie, Astromagie, Kartomantie und Spiritistik und arbeitete an der Verbreitung des Adonismus, einer weltanschaulichen Geheimlehre, deren historische Wurzeln er nach eigenen Aussagen bei seinen Reisen in den Nahen Osten frei legte.

Um 1926/27 zeichnete Musallam als Herausgeber der Zeitschrift Dido - Okkultistische Monatszeitschrift. Er wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und möglicherweise im Wiener Landesgericht hingerichtet. Die näheren Umstände seines Todes sind unbekannt.

Franz Sättler und Karl May

Franz Sättler las nach eigenen Angaben[1] als Schüler der dritten Gymnasialklasse sein erstes Karl-May-Buch In den Schluchten des Balkan und wurde davon inspiriert, selbst zu schreiben. Seit 1906 stand Sättler im Briefwechsel mit May und verteidigte den Schriftsteller mit Rezensionen und ähnlichen Artikeln.

Franz Sättler studierte Orientalistik und veröffentlichte ab 1912 u. a. fünf umfangreiche Reise- und Abenteuerromane, die ganz in der Tradition Mays stehen. Gelegentlich wurden diese Werke als von dem begabten Schüler des Karl May verfasst beworben.

Er widmete May folgendes Gedicht:

Ein Kämpfer bist du, einsam unter vielen,
Ein Held des Geistes, der die Pfade fand
In manches dunkle, unerforschte Land,
Ein kühner Wand’rer nach erhab’nen Zielen
Dich schreckt der Feinde wüstes Treiben nicht,
Und aus den Steinen, die des Pöbels Tücke
Auf dich geschleudert, baust du dir die Brücke
Zu einem Jenseits voller Pracht und Licht.
Solch starken Willen kann die Zeit nicht brechen,
Und wenn viel and’re längst vergessen sind,
In Nacht versunken und verweht im Wind,
Wird Deines Namens stolzer Klang noch sprechen.[2]

Werke

"Am Libanon"

unter dem Pseudonym (Quidam) Nemo zu Karl May

  • Ein Besuch in "Villa Shatterhand". Karl May und sein Lebenswerk. In: Oesterreichische Volkszeitung. Nr. 35/36, 1908.
  • Ardistân und Dschinnistân. In: Oesterreichische Volkszeitung. Nr. 2, 1910.

Die Reihe Reisen und Abenteuer

  • Am Libanon. Reisen und Abenteuer. Erster Band. Berlin-Weißensee 1912.
  • Nach Damaskus und dem Hauran. Reisen und Abenteuer. Zweiter Band. Berlin-Weißensee 1912.
  • Bei den Arnauten. Reisen und Abenteuer. Dritter Band. Berlin-Weißensee um 1914.
  • Unter dem sinkenden Halbmond. Reisen und Abenteuer. Vierter Band. Berlin-Weißensee 1924.
  • Im Lande Nuristân. Reisen und Abenteuer. Fünfter Band. Berlin-Weißensee 1926. Reprint München 1995.

unter dem Pseudonym Dr. Musallam zum Adonismus

  • Adonismus oder die uralte Geheimlehre. Berlin-Weißensee 1926.
  • Macht und Erfolg. Berlin-Weißensee 1927.
  • Jugend und Schönheit. Berlin-Weißensee 1927.
  • Hes oder: Die Flamme des Lebens. Berlin-Weißensee 1927.
  • Der Adept. Die zwölf Stufen des magischen Einweihungsweges. Berlin-Weißensee um 1925, Nachdruck Sinzheim 2004.

Anmerkungen

  1. Im Anhang zu Nach Damaskus und dem Hauran.
  2. in "Bei den Arnauten"

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.


Weblinks