Henry-Rifle

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HenryRifle.jpg

Benjamin Tyler Henry entwickelte zuerst eine Randfeuerpatrone vom Kaliber 44. Die Hülse bestand aus Messing und enthielt 25 grain (1.6 g) Schießpulver und ein 216 grain (14 g) schweres Geschoss. Anschließend passte er den Lademechanismus der halbautomatischen "Volcanic Rifle" der Patrone an. Im Jahre 1862 entstand die sogenannte Henry-Rifle. Dieses Repetiergewehr konnte insgesamt 16 Patronen aufnehmen, die von vorne ins Magazin eingefüllt wurden. Durch die Gabelung des Zündstiftes vorne konnte die Zündungssicherheit stark erhöht werden. Bei richtiger Bedienung konnten mit dem Gewehr bis zu 28 Schuss pro Minute abgefeuert werden.

Explosionszeichnung der Henry-Rifle, Baujahr 1860

Von den von der New Haven Arms Company produzierten Gewehren wurden im Jahre 1862 (Sommer bis Oktober) 900 Stück hergestellt. Im Jahre 1864 betrug die monatliche Produktion 290. Nachdem etwa 12.800 Henrys hergestellt waren, wurde die Produktion stufenweise umgestellt. Das nachfolgende Gewehr hieß Winchester Mod. 1866. Mit dem Beginn seiner Produktion wurde die New Haven Arms Company in Winchester Repeating Arms Company umbenannt. Vereinzelte Henry-Gewehre tragen Nummern bis 14.000. Der ursprüngliche Preis für ein solches Gewehr betrug damals 42 Dollar, heute (2004) erzielen gut erhaltene Original-Exemplare Sammlerpreise von bis zu 14.000 USD.

Karl May als Old Shatterhand

Während des Bürgerkrieges (18611865) kaufte die US-Regierung (Nordstaaten) für ihre Truppen 1.831 Stück, die meisten Henrys wurden jedoch von den Kriegsteilnehmern privat erworben. Diese erhofften sich von ihren Hinterladern mit Magazin einen Vorteil gegenüber den meist mit Vorderladern bewaffneten Konföderierten-Truppen der Südstaaten.

bei Karl May

Literarisch bekannt wurde der Henrystutzen als Schnellfeuergewehr Old Shatterhands, welches ihm der Schriftsteller Karl May in die Hände legte. Die Beschreibungen Mays (auch der technischen Spezifikationen) legen aber nahe, dass er nie ein echtes Gewehr dieser Bauart gesehen hat. Hier hat das Gewehr, abweichend vom Original, 25 Schuss im Kugel(!)-Magazin. Auch behauptet er, die Stutzen wären in deutlich kleinerer Auflage produziert worden, Old Shatterhands Gewehr sei das einzige noch existierende (siehe auch Winnetou I). Auf den ersten Kostüm-Fotografien von Alois Schießer, vertrieben von Adolf Nunwarz, ist dafür gesorgt, dass die Verschluss-Bauart nicht deutlich zu erkennen ist.

siehe auch

Henrystutzen und Cei-Rigotti.

Literatur

  • Wiley Sword: The Historic Henry Rifle: Oliver Winchester's Famous Civil War Repeater. Lincoln, Rhode Island : Andrew Mowbray Publishers, 2002.

Weblinks