Indianer- und Westernclub "Old Manitou"

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Die Anfänge

1928 wurde in einem Hinterzimmer einer Dresdner Gaststätte der Verein "1. Dresdner Indianer- und Westernclub" gegründet. Nicht alle damaligen Mitglieder sind heute noch namentlich bekannt.

Ziel war das "Nachgestalten" der Welt des amerikanischen Westens. Sie lernten bei Patty Frank in der "Villa Bärenfett" des Karl-May-Museums eine "Western-Romantik" besonderer Art kennen. So begannen sie, sich selbst Kleidungstücke und Ausrüstungsgegenstände aus der Zeit des "Wilden Westens" nachzubauen. Sie trafen sich zuerst in Vereinszimmern von Gaststätten in der Gegend um den Neustädter Markt. Später hatten sie dann ein Blockhaus in einem Steinbruch in der Sächsischen Schweiz zur Verfügung. Der beginnende Krieg setzte auch dem Vereinsleben von "Manitou" ein baldiges Ende.

Die Neugründung

Im Jahre 1950 kehrte Johannes Hüttner aus russischer Gefangenschaft zurück. Er knüpfte Kontakte zu den Freunden von damals und auch wieder zu Patty Frank im Karl-May-Museum. Über ihn lernte er neue Interessenten kennen und gründete den Verein 1956 neu.

Hauptaufgaben des neuen Vereins waren von 1956 waren: Studium der Geschichte, der Sitten und des Lebens der Indianer anhand von Literatur und in Zusammenarbeit mit dem Karl-May-Museum - Anfertigen von Kostümen und Gegenständen sowie praktisches Studium mit Ausübung von Tänzen, Gesängen und Geschicklichkeitsspielen sowie Vermittlung des Wissens an die Jugend mit anschaulicher Darstellung des Erarbeiteten. Vom 20. Mai bis 30. September 1956 startete die große Indianerschau im Dresdner Zoo. In Vereinbarung mit der Zoo-Direktion zeigte man unentgeltlich in 55 Vorstellungen Lasso- und Peitschenarbeiten, Bolatricks, Bogenschießen, Messerwerfen und Reiten und außerdem auf einem Ranch-Gelände Lagerleben, Tipis und Kostüme.

Auf dem nahegelegenen Grundstück des Karl-May-Verlags in der August-Bebel-Straße bot die Familie Schmid dem Verein einen Teil ihres Gartengeländes samt einem kleinen sich darauf befindlichen Blockhaus zur Nutzung an. Auf der kleinen Wiese fanden dann die ersten Councils und Indian Days statt. Später entstand aus kleinen individuellen Blockhütten die erste Bretterbuden-Western-Town. In diese Zeit fällt auch der Wechsel in der Trägerschaft für den Verein: Der Verein wurde rechtlich dem Kreiskulturhaus "Völkerfreundschaft" in Radebeul angegliedert.

Dabei konnte der Verein weitesgehend "autonom" bleiben, insbesondere in den finanziellen Angelegenheiten. Bis 1976 konnte der Verein auf dem Grundstück August-Bebel-Straße bleiben, dann musste er den Platz verlassen.

Die folgenden Jahre zwischen 1977 und 1980 waren von einer intensiven Auftritts- und Bautätigkeit gekennzeichnet. Neben einem Saloon entstanden dann auch die ersten Blockhütten von Vereinsmitgliedern, so dass sich die neue "Western-Town" bald ihre Konturen zeigte. Im Jahre 1981 wurde dann mit der festlichen Stadteinweihung von "Stetson City" erst einmal ein gewisser Abschluss der Bautätigkeit erreicht.

Literatur

  • Stetson City Tribune vom 31.08.1996. Festausgabe anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des INDIAN- UND WESTERNCLUB OLD MANITOU 1956 E.V. RADEBEUL.
  • Friedrich von Borries/Jens-Uwe Fischer: Sozialistische Cowboys. Der Wilde Westen Ostdeutschlands. Edition Suhrkamp, 2008.

Weblinks