Mathäus Haw

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Mathäus Haw (* 1882; † ?) war Redakteur bei der Radolfzeller Freien Stimme.

Mathäus Haw und Karl May

Am 23. Dezember 1909 brachte die Freie Stimme einen Nachdruck des Artikels Hinter die Kulissen aus Rudolf Lebius' Zeitschrift Der Bund vom 18. Dezember. Mathäus Haw schrieb dazu in der redaktionellen Anmerkung:

Wir müssen [...] die volle Verantwortung für diese ungeheuerlichen Beschuldigungen dem genannten Blatte überlassen, können aber wegen der weiten Kreise, die sie noch ziehen werden, nicht ohne weiteres an ihnen vorbeigehen.[1]

Karl Mays Entgegnung auf den Nachdruck des Artikels erschien am 6. Januar 1910 in der Freien Stimme. Mathäus Haw schrieb dazu am 18. Januar an Ansgar Pöllmann:

Die betreff[ende] Erklärung ist mir nicht [von] May selbst, sondern von einem von ihm beauftragten Büro übersandt worden.[2]

Am 21. Januar sandte Karl May seine Antwort an den "Hildesheimer Kurier" vom 4. Januar, die auch eine Entgegnung auf Hinter die Kulissen darstellt, an Mathäus Haw. In dem Begleitschreiben dazu heißt es:

Ich erkläre hiermit, daß die hier erzählten "Räuberhauptmännereien"   d u r c h w e g   e r d i c h t e t   und mit größter   R a f f i n i r t h e i t   bearbeitet sind.[3]

In der Freistatt vom 9. April schrieb Karl May dazu:

Lebius hatte mich in einem aus Lügen zusammengesetzten Artikel als früheren Räuberhauptmann bezeichnet. Dieser Artikel war von der "Freien Stimme" gebracht worden, deren Redakteur mich aufforderte, mich hierüber zu äußern. Auf diesen seinen Wunsch hin schickte ich ihm eine Berichtigung, die schon in vielen anderen Zeitungen gestanden hatte und genau der Wahrheit entsprach.[4]

Die Entgegnung vom 21. erschien am 26. Januar in der Freien Stimme. Haw sandte sowohl diesen Artikel als auch das Begleitschreiben an Pöllmann, der von ihm auch weiterhin mit Informationen versorgt wurde.[5]

Ansgar Pöllmann reagierte auf Mays Artikel mit einer Erklärung, die am 29. Januar in der Freien Stimme erschien und die Pöllmann anonym direkt an Karl May sandte. Noch am gleichen Tag sandte May seine Antwort darauf an Mathäus Haw, die dieser am 6. Februar in die Freie Stimme aufnahm. Im Begleitschreiben an den Redakteur heißt es:

Ich sende Ihnen meine Antwort auf die Pöllmannschen Ausfälle. Bitte, sie unverändert aufzunehmen, und zwar recht, recht bald. Es ist jeder Ausdruck von mir sehr wohl erwogen; Sie brauchen keine Sorge zu haben. Ich nehme alle Verantwortung auf mich.[6]

Noch vor dem Abdruck dieser Antwort schickte der Redakteur diese an Pöllmann und erbat dessen Ansicht dazu.[7] Eine Antwort Ansgar Pöllmanns ist nicht bekannt, ebenso wenig eine weitere Korrespondenz zwischen Mathäus Haw und Karl May.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 613.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 6.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 17-19.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 19 f.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 24.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 25.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 25.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.