Max Pappermann

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Max Pappermann
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Winnetou IV

Max Pappermann, genannt der blaue Maksch, ist eine Figur in Karl Mays Reiseerzählung Winnetou IV.

im Buch

Max Pappermann ist seit 40 Jahren als Präriejäger bekannt. Er hat gute, treue und ehrliche Augen. Pappermann hatte sehr viel gehört und sehr viel nachgedacht und war trotz der Niedrigkeit seines Lebensweges keineswegs unbegabt. Old Shatterhand kennt ihn von früher her:

In [...] Trinidad wohnte ein alter, guter Bekannter von mir, namens Max Pappermann, einst ein sehr brauchbarer Präriejäger, jetzt aber Besitzer eines sogenannten Hotels. Er war von deutscher Abstammung und hatte die Eigentümlichkeit, seinen Namen für die Quelle alles Unheiles, welches ihn traf, zu halten. Er sprach seinen Vornamen nicht mit dem englischen e, sondern noch mit dem deutschen a aus, konnte aber infolge eines Sprachfehlers mit dem x nicht fertig werden; sein Max wurde stets zum Maksch. Obgleich er sich hierüber tief, tief unglücklich fühlte, kam es ihm doch gar nicht in den Sinn, das zu tun, was jeder Andere an seiner Stelle getan hätte, nämlich diesen Namen möglichst zu vermeiden; er gab ihn ganz im Gegenteile bei jeder Gelegenheit zu hören und wurde darum aus diesem und noch einem andern Grunde von Jedermann "der blaue Maksch" genannt. Er hatte nämlich auf einem seiner Streifzüge durch den Westen das Unglück gehabt, sich die linke Seite des Gesichtes durch explodierendes Pulver zu verbrennen. Dabei war ihm zwar kein Auge verloren gegangen, aber die von dem Pulver getroffene Hälfte des Gesichtes hatte sich für immer blau gefärbt. Er war unverheiratet geblieben, aber ein lieber, prächtiger, treuer und aufopferungsvoller Kamerad [...][1]

Old Shatterhand und Winnetou hatten ihm einst bei einem Überfall der Sioux beigestanden. Pappermann ist einer der Westmänner, die Old Shatterhand herzlich liebgewonnen hat.

Dieser sucht ihn in seinem Hotel auf, das er jedoch gerade verkauft hat. Pappermann ist außer sich vor Wiedersehensfreude. Zwar alt und grau geworden, aber immer noch umsichtig und überlegend, bittet er Old Shatterhand inständig, ihn zum Mount Winnetou begleiten zu dürfen. Da Herzle diese Bitte unterstützt, stimmt Old Shatterhand zu.

Max Pappermann führt die Eheleute zum Kanubisee. Dort erzählt er, wie er zu seinem blauen Gesicht kam. Er lernte damals Aschta kennen und lieben. Diese wurde auch von Sander, der sich unter dem Namen Tom Muddy bei den Seneca aufhielt, umworben. Aschta wies Sander jedoch ab. Aus Rache wollte dieser Wakon, der die Erlaubnis erhalten hatte, Aschta im Rahmen des Brautwerberitus zu rauben, mit einem Pulverschuss blenden. Pappermann konnte dies zwar verhindern, wurde dabei aber so schwer verletzt, dass er für immer eine blaue Gesichtshälfte behielt.

Am Nugget-tsil trifft er Aschta wieder, die ihm seine damalige Tat nicht vergessen hat. Pappermann entwickelt im Verlauf der Reise eine besondere Zuneigung zu Herzle.

Am Mount Winnetou begleitet er Old Shatterhand zum Tal der Höhle und nimmt mit ihm die beiden Medizinmänner Avat-towah und Onto tapa gefangen. Er unterrichtet Old Shatterhand über die Aktivitäten der Enters-Brüder und über die Vorgänge bei den Arbeitern und dem Denkmalskomitee, den Befürwortern des Winnetou-Denkmal-Projektes.

Er führt Old Shatterhand zur Kantine des Niggers, dessen Verschwörung mit To-kei-chun und Tusahga Saritsch beide belauschen. Später hilft Max Pappermann bei der Rettung der durch den Höhleneinsturz gefangenen Indianer.

im Hörspiel

In der Kurt-Stephan-Produktion Winnetous Erbe (sic!) wird Max Pappermann von Wilhelm Fricke gesprochen.

Spiegelungen

Es ist nicht auszuschließen, dass May 1909 mit der Figur seinem ehemaligen Vermieter ein literarisches Denkmal setzen wollte, schreibt Hans-Dieter Steinmetz. May, der 1860/61 als Schüler in Plauen außerhalb des Seminars wohnte, hatte als Zimmervermieter nämlich den Kastellan des Logenhauses der Plauener Freimaurerloge "Zur Pyramide" Wilhelm Franz Pappermann.

Ansonsten gilt die Figur des Pappermann gelegentlich als Spiegelung von Max Dittrich[2] und auch von May selbst[3] – wobei diese Selbstspiegelung von anderen Interpreten bestritten wird[4].

Sonstiges

In einigen bearbeiteten Ausgaben der Karl-May-Verlags (Winnetous Erben) ist Max Pappermann durch Dick Hammerdull und Pitt Holbers ersetzt worden.

Anmerkungen

  1. Karl May: Winnetou IV. In: Karl Mays Werke, S. 68193 f. (vgl. KMW-V.7, S. 82).
  2. vgl. Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin – eine Studie über Wesen, Werk & Wirkung Karl May's, §32.
  3. etwa Koch 1970, S. 140 f.
  4. Günter Scholdt: Vom armen alten May. Bemerkungen zu "Winnetou IV" und der psychischen Verfassung seines Autors, S. 110-114. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1985 (Onlinefassung).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.