Paul Gehler

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Paul Gehler war Ratsregistrator in Hohenstein-Ernstthal. Er arbeitete in der Stadtverwaltung für das Standes- und Meldeamt.

Paul Gehler und Karl May

Am 9. Februar 1907 schrieb Karl Mays Schwester Karoline Selbmann einen Brief an ihren Bruder, in dem es heißt:

[...] auf unsern Rathause haben mehrere Herren [nämlich Paul Gehler und der Ratssekretär Kurt Weiße] eine Sammlung berühmter Männer Deutschlands zusammengestellt, und da hat mich einer von diesen Herren gebeten ob ich nicht auch ein Bildnis von Dir hätte, für Ihn, zur mithelfenden Verschönerung, da Du doch ein hiesiges Kind währest [...][1]

Paul Gehler selbst antwortete am 11. März 1908 auf einen nicht bekannten Brief Karl Mays:

Ihren werten Brief habe ich erhalten und mich sehr über denselben gefreut. Auf Ihre Anfrage teile ich Ihnen mit, daß hier eine – sonst ganz gute – Volksbibliothek besteht, die aber leider unverzeihlicher Weise nicht ein Werk von Ihnen enthält. [...] Der Leserkreis unserer Bibliothek, welcher zum größten Teil den besseren Ständen angehört, würde eine Bereicherung durch Ihre Werke freudigst begrüßen und ihr großmütiges Geschenk wohl zu würdigen wissen. Leiter der Volksbibliothek ist jetzt Bürgerschullehrer Bauer, der sich sehr lebhaft für den größten Schriftsteller, den unser Hohenstein je hervorgebracht, interessiert.[2]

Karl May antwortete zustimmend in einem wiederum nicht erhaltenen Brief. Der mit Gehler bekannte Lehrer Willy Winter schrieb am [[25. März] an Mays Frau Klara:

Als mir der Herr Registrator den Brief ihres Herrn Gemahl zeigte und mir dazu sagte, was er geschrieben hätte, war ich betroffen. Der Herr Gehler hatte mir im Bibliothekszimmer einige Karten von K. May gezeigt mit der Bemerk[un]g, ob ich mich dafür interessiere. Er hat, glaub ich, die Karten von Ihrer Frau Schwägerin Sel[b]mann. [...] Er wollte nun mal an K[arl] M[ay] selbst schreiben, vielleicht (wie er meinte) schickt er mir einige Bücher von sich.[3]

Kurz darauf sandte May vermutlich die versprochenen Bände nach Hohenstein-Ernstthal. Paul Gehler vermerkte am 3. April in den Akten:

Der in Radebeul b[ei] Dresden (Villa Shatterhand) wohnhafte Schriftsteller Karl May – ein Sohn unserer Stadt – hat für die hiesige Volksbibliothek je 1 Band von seinen bisherigen hauptsächlichsten Werken u[nd] zwar 30 Bände Reisebeschreibungen und 6 Bände Jugendschriften, sämtlich in prächtigen Einbänden, gestiftet.[4]

Am 11. Januar 1909 antwortete Klara May Paul Gehler auf ein unbekanntes Schreiben:

Vielen Dank für Ihre freundliche Zusendung. Die Mittheilungen haben uns natürlich interessiert. Es freut uns auch, daß es der guten Frau Selbmann gut geht und daß ihre Thätigkeit[5] Anerkennung fand.[6]

Zu Karl Mays 70. Geburtstag gratulierte Paul Gehler mit einem Brief am 24. Februar 1912:

Möchte es Ihnen doch vergönnt sein, den Lebensabend in Ruhe genießen zu können! Als gutes Omen hierfür möge der von Ihnen erst kürzlich gegen Ihren alten Widersacher [nämlich Rudolf Lebius] errungene Erfolg dienen.[7]

Das Ehepaar May dankte Gehler für diese Grüße am 2. März herzlichst.[8] Dies war der letzte Kontakt zwischen Karl May und Paul Gehler; May verstarb am 30. März 1912.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 153.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 362.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 368 f.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 372.
  5. Gemeint ist wohl Karoline Selbmanns Tätigkeit als Hebamme.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 488.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 557.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 564.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.