Thomas Mayne Reid

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Thomas Mayne Reid

Thomas Mayne Reid (* 4. April 1818 in Ballyroney bei Belfast; † 22. Oktober 1883 in London) war ein irisch-amerikanischer Schriftsteller.

Leben und Werk

Nach einem abgeschlossenen Theologiestudium arbeitete Thomas Mayne Reid zunächst als Hauslehrer, ging aber dann wohl aus Abenteuerlust 1839 nach Amerika.

Er hielt sich im Westen und Südwesten der USA auf, arbeitete als Bauarbeiter, Koch, Heizer auf einem Mississippidampfer, Büffeljäger und in vielen anderen Berufen. 1845 ging er in den Osten und wurde 1846 Korrespondent des New York Herald.

Nach dem Ausbruch des Krieges gegen Mexiko trat er als Kriegsfreiwilliger in die amerikanische Armee ein und stieg wegen seiner besonderen Leistungen schnell vom Leutnant zum Hauptmann auf. Zusätzlich arbeitete er als Kriegsberichterstatter. 1847 wurde er so schwer verwundet, dass er aus dem Militärdienst entlassen werden musste.

1849 kehrte er nach Großbritannien zurück, war zwischen 1867 und 1870 noch einmal in Amerika und schrieb bis zu seinem Tod fast sechzig Romane und Jugenderzählungen, wobei er seine amerikanischen Abenteuer verarbeitete, seine Geschichten aber auch in anderen Kontinenten spielen ließ.

Obwohl seine Romane in Deutschland sehr beliebt waren, wurden nur ein kleinerer Teil seines Werks übersetzt. Thomas Mayne Reid verfasste neben reinen Jugendschriften auch Romane für Erwachsene, die aber dann zum Teil auch für Jugendliche (für die reifere Jugend) bearbeitet wurden.[1]

Thomas Mayne Reid und Karl May

Erwähnungen in Karl Mays Werk

Wenn es ein richtiger Kerl gewesen wäre, wie der rote Winnetou, der lange Haller[2] oder gar ein Pfadfinder wie Old Firehand und Old Shatterhand, ja dann, ... (Deadly dust/Winnetou III)

als Quelle

Wie Gabriel Ferrys Waldläufer hatten auch die Romane von Thomas Mayne Reid großen Einfluss auf die nachfolgende Abenteuerliteratur. Besonders Karl May hat die Bücher von Reid intensiv als Quelle benutzt.

Beispiele aus Die Skalpjäger

ähnlich bei May in Winnetou I:

ähnlich bei May in Der Schatz im Silbersee:

  • Westleute unterhalten sich, ob Coyotenfleisch nach Ziege schmecke.

ähnlich bei May in Die Gum:

  • Ein mitreisender Gelehrter sammelt Getier in einem Spiritusfässchen, über das sich nachts zwei Begleiter des Helden hermachen. Der Ich-Erzähler warnt sie absichtlich etwas spät.

Werke (Auswahl)

  • The Rifle Rangers. 1850.
  • The Boy Hunters. 1855.
  • The Bush Boys. 1856.
  • The Quadroon, or, A Lover's Adventures in Louisiana. 1856.
  • The War Trail. 1857.
  • Osceola the Seminole, or, The red fawn of the Flower land. 1858.
  • The Lone Ranche. 1860.
  • The Scalp Hunters. 1860.
  • The Cliff Climbers. 1864.
  • The Boy Slaves. 1865.
  • The Headless Horseman. 1866.
  • The Giraffe Hunters. 1867.
  • The White Squaw. 1868.
  • The Castaways. 1870.
  • The Death Shot. 1873.
  • The Young Yagers, or, A Narrative of Hunting Adventures in Southern Africa. 1875.
  • The White Gauntlet.
  • Osceolla Seminol's Belad.
  • The Ocean Waifs. 1882.

Anmerkungen

  1. Z. B. aus The War Trail wurde Der Kriegspfad. Nach Kapitän Mayne-Reid für die reifere Jugend frei bearbeitet von Otto Hoffmann. Verlag Jugendland Berlin O 27.
  2. Henry Haller; Figur aus Die Skalpjäger.

Literatur

  • Michael Koser: Nachwort. In: Thomas Mayne Reid: Die Skalpjäger. Frankfurt am Main 1975, S. 278 f. (Reihe Das Schmökerkabinett; Angabe im Impressum: Neuausgabe unter Verwendung einer anonymen Übersetzung des 19. Jahrhunderts)

Weblinks