Max Dittrich

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Max Dittrich
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Julius Eduard Maximilian Dittrich (* 10. Juni 1844 in Dresden; † 10. Mai 1917[1] in Saalhausen b. Dresden) war Schriftsteller und Redakteur verschiedener Zeitungen.

Leben

Er war Sohn eines Oberpostkommissars und besuchte zwischen 1851 und 1852 die Bürgerschule und das Realgymnasium in Chemnitz. Anschließend wurde er Soldat im 7. Infanteriebataillon der sächsischen Armee. Bereits 1864 verließ er wegen Invalidität den Militärdienst und arbeitete als Angestellter in verschiedenen Unternehmen, bis er wegen Betrugs und Unterschlagung zu anderthalb Jahren Arbeitshaus verurteilt wurde. er verbüßte die Strafe vom 13. Juli 1866 bis zum 13. Januar 1868 in Schloss Osterstein.

Nach der Haftentlassung arbeitete er als Mathematiklehrer in Dresden und als Hauslehrer der Familie des Generals Markoff in Tambow im damaligen "Großrussland". Ab 1870 lebte er wieder in Dresden. Erst wurde er Redakteur beim "Dresdner Anzeiger", wo er für militärische Themen verantwortlich war, dann von 1871 bis 1872 an der "Neuen Mühlhauser Zeitung", 1873 bei der "Spenerschen Zeitung" in Berlin, 1874-1876 bei der "Saarbrücker Zeitung", 1877 bei den "Chemnitzer Nachrichten", 1882 bis 1887 beim "Meißner Tageblatt" und 1891-1892 schließlich beim "Straßburger Tageblatt".

Ab 1891 lebte er als freier Schriftsteller in Dresden und erlangte als (Militär-)Schriftsteller einen gewissen Bekanntheitsgrad. 1899 bis 1902 hatte er nochmal eine Anstellung bei verschiedenen Zeitungen außerhalb Dresdens (Saulgaum Limburg, Straßburg), musste abe aus gesundheitlichen Gründen den Beruf aufgeben. Er kehrte nach Dresden zurück und wurde 1907 in die Bezirksanstalt Saalhausen bei Dresden eingeliefert, wo er zehn Jahre später verstarb.

Das Privatleben von Dittrich war eher turbulent (was Karl May vermutlich nicht wusste).

Ehen:

  • mit Marie Auguste Anna Göhler verw. Rink (1842-1886)
    • Marie Johanna Meta Rink (*1878)
    • Anna Doris Rink (* † 1880)
  • mit Minna Adolfine Ida Echost (*1861) - geschieden ca. 1897
    • Helene - um 1911 verheiratet
  • mit Josephine Helene Hornig (*1874) ab Oktober 1901
    • Kurt Johannes Dittrich (stirbt als Säugling)

Max Dittrich und Karl May

Da der frühere kaufmännische Angestellte vom 13. Juli 1866 bis zum 13. Januar 1868 wegen Betrugs und Unterschlagung in Schloss Osterstein in Zwickau inhaftiert war, kannten sich May und Dittrich vermutlich bereits aus dieser Zeit. Er blieb durch seine eigene schriftstellerische Arbeit und die räumliche Nähe May freundschaftlich verbunden, den er vermutlich 1889 im Verlag H. G. Münchmeyer wiedertraf.[2]

Danach gab es - so Dittrich - keinen weiteren persönlichen Kontakt bis 1902. Da war er aus gesundheitlichen Gründen in Dresden und wurde von May im Waldpark-Sanatorium Blasewitz besucht. Nach seiner Entlassung dort wohnte er auf Einladung Mays für einen Monat in der Villa "Shatterhand", wo er sich May als Zeuge gegen Münchmeyer/Fischer zur Verfügung stellt.[3] Von Dittrich erfährt May, dass Paul Staberow der Bearbeiter seiner Kolportageromane ist und kann mit diesem Kontakt aufnehmen.

Als die Presseanfeindungen gegen May begannen, setzte er sich mehrfach publizistisch für diesen ein. "Karl May und seine Schriften. Eine literarisch-psychologische Studie für Mayfreunde und Mayfeinde." (1904) stammte aus seiner Feder. Rudolf Lebius bot Karl May an, diese Schrift zu verlegen - gegen gewisse pekuniäre Gefälligkeiten. May lehnte ab und Lebius wurde einer der lautesten May-Anfeinder überhaupt.

1903 erschien unter Dittrichs Namen eine Rezension zu Karl Mays "Erzgebirgischen Dorfgeschichten" in der Zeitschrift "Ueber Berg und Thal", die vermutlich May selbst geschrieben hatte.

im Film

In dem Film "Karl May" wurde Max Dittrich von Attila Hörbiger gespielt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

zu Karl May:

Sonstige:

  • Der deutsch-französische Krieg (1889)
  • Die Feldzeichen des Königl. Sächs. (XII.) Armeecorps (1882)
  • Der deutsch-französische Krieg, 1870 und 1871. Gedenkblätter in Wort und Bild an die Ehrentage der deutschen Nation. Mit Lithografien von Max Henze (1889)
  • Staatsminister General Graf Fabrice: Sein Leben und sein Streben (1891)

Urteile anderer Autoren über Max Dittrich:

Durch die Kraft seiner volkstümlichen Darstellungsweise, durch seinen liebenswürdigen Humor, welcher zunächst im Geiste Hackländers zu schildern begann, dann aber vorwiegend durch eine erfolgreiche Popularisierung der sächsischen Armeegeschichte trug er viel dazu bei, daß Interesse und Verständnis für militärische Angelegenheiten in Sachsen Gemeingut des Volkes geworden. Der Novellist in Dittrich ist gegenwärtig gegen den Geschichtsschreiber in den Hintergrund getreten, denn seine neuesten Arbeiten bieten nicht nur Erzählungen, sondern auch wertvolle Forschungen von militär-wissenschaftlicher Bedeutung.[4]

Anmerkungen

  1. früher wurde gelegentlich 1913 als Todesjahr genannt.
  2. Karl-May-Chronik I, S. 365
  3. Karl-May-Chronik III, S. 56
  4. Eugen Schurig 1893 in: „Sachsens Elbgau-Presse“ Nr. 869.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.