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	<title>Disziplinarklasse - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Karl-May-Wiki</subtitle>
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		<id>https://www.karl-may-wiki.de/index.php?title=Disziplinarklasse&amp;diff=155837&amp;oldid=prev</id>
		<title>134.109.178.35: mit May, d'Alinge, Zwickau und Waldheim</title>
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		<updated>2013-12-13T17:45:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;mit May, d&amp;#039;Alinge, Zwickau und Waldheim&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Im Jahr [[1840]] waren in den sächsischen Strafvollzug drei '''Disziplinarklassen''' eingeführt worden, in welche die Häftlinge eingeteilt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;André Thieme: ''Zur Entwicklung des deutschen Gefängniswesens und besonders des Strafvollzugs&lt;br /&gt;
im Königreich Sachsen nach 1800'', S. 7 [http://www.justiz.sachsen.de/download/Zur_Entwicklung_des_deutschen_Gefaengniswesens_nach_1800.pdf Onlinefassung]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses System galt auch während der Haftzeiten von [[Karl May]] im [[Arbeitshaus]] [[Schloss Osterstein]] in [[Zwickau]] und im [[Zuchthaus]] [[Waldheim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Disziplinarklassen ==&lt;br /&gt;
=== erste Disziplinarklasse (Oberklasse) ===&lt;br /&gt;
Die erste Disziplinarklasse war die höchste Klasse und umfasste die Häftlinge, ''welche längere Zeit mit gutem Erfolge an ihrer Bessrung gearbeitet haben, und besonders zu der Hoffnung berechtigen, dass sie auch nach ihrer Rückkehr ins bürgerliche Leben auf dem eingeschlagnen guten Wege fortwandeln werden''.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eugène d'Alinge]]: ''Bessrung auf dem Wege der Individualisirung – Erfahrungen eines Praktikers über den Strafvollzug'', [[Leipzig]], 1865, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== zweite Disziplinarklasse (Mittelklasse) ===&lt;br /&gt;
Die zweite Disziplinarklasse umfasste die Häftlinge, ''welche bereitwillig den Bemühungen der Direction zu ihrer sittlichen Hebung die Hand bieten und mit festem Willen und voller Kraft die Mittel benutzen, die ihnen geboten werden''.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugène d'Alinge: ''Bessrung auf dem Wege der Individualisirung – Erfahrungen eines Praktikers über den Strafvollzug'', Leipzig, 1865, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Normalfall gehörten Neueingelieferte der zweiten Klasse an.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Dr. Lothar Frede: Strafvollzug, Geschichte. In: ''Handwörterbuch der Kriminologie Band 3'', S. 264.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;André Thieme: ''Zur Entwicklung des deutschen Gefängniswesens und besonders des Strafvollzugs im Königreich Sachsen nach 1800'', S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== dritte Disziplinarklasse (Unterklasse) ===&lt;br /&gt;
Die dritte Disziplinarklasse stand an unterster Stelle und bestand aus den Häftlingen, ''welche den erziehlichen Bestrebungen der Direction wenig oder gar keinen guten Willen entgegenbringen, die namentlich durch Rückfall ihre Willensschwäche hinreichend dokumentirt haben''.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugène d'Alinge: ''Bessrung auf dem Wege der Individualisirung – Erfahrungen eines Praktikers über den Strafvollzug'', Leipzig, 1865, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterscheidungsmerkmale ===&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der einzelnen Disziplinarklassen wurden (zumindest in Zwickau) räumlich nicht voneinander getrennt, wodurch man sich einen ''sittlichen Hebel für die Erziehung der Gefangenen''&amp;lt;ref&amp;gt;Eugène d'Alinge: ''Bessrung auf dem Wege der Individualisirung – Erfahrungen eines Praktikers über den Strafvollzug'', Leipzig, 1865, S. 41 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen Klassen sollten äußerliche Unterscheidungsmerkmale aufweisen, die am besten in der Kleidung vorzunehmen seien, allerdings nicht in Form, Qualität und Quantität des Bekleidung bestehen sollten. Die Unterschiede sollten zudem nur Beamten und Gefangenen erkennbar und verständlich sein, Außenstehende sollten daraus nichts ableiten können.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugène d'Alinge: ''Bessrung auf dem Wege der Individualisirung – Erfahrungen eines Praktikers über den Strafvollzug'', Leipzig, 1865, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitshaus Zwickau wurde die Unterscheidung der Disziplinarklassen durch die Farbe der Kleidung vorgenommen. Die zweite Klasse trug eine schwarzgraue Tuchhose und Jacke, ein schwarzes Käppchen und Lederschuhe&amp;lt;ref&amp;gt;''[[Führer durch Zwickau und seine Umgebungen]]'', Zwickau, [[1866]], S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Häftlinge der ersten Disziplinarklasse trugen eine hellgraue Tuchjacke und ein weißes Halstuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Führer durch Zwickau und seine Umgebungen'', Zwickau, 1866, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuchthaus Waldheim erstreckte sich:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Verschiedenheit in der Behandlung der einzelnen Klassen [...] namentlich auf Bemessung und Verwendung des Arbeitserwerbs, auf beschränktere oder umfangreichere Gewährung bezw. Versagung von materiellen und anderweitigen Vergünstigungen, und auf härtere bezw. gelindere Anwendung der Disziplinarstrafen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;M. Koppel: ''Die Vorgeschichte des Zuchthauses zu Waldheim. Grundzüge der historischen Entwicklung der Zuchthausstrafe und ihrer Vollstreckung in Sachsen''. Leipzig 1934, S. 156; zit. nach Plaul, ''Resozialisierung durch &amp;quot;progressiven Strafvollzug&amp;quot;'', S. 115&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem unterschieden sich die Angehörigen der verschiedenen Klassen auch äußerlich in ihrer Bekleidung, wobei darauf Wert gelegt wurde, dass dieser Unterschied nur für Wärter und Häftlinge erkennbar war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karl May ==&lt;br /&gt;
=== im Leben ===&lt;br /&gt;
Karl May wurde [[1865]] bei seiner Ankunft in der Strafanstalt zunächst in die zweite Disziplinarklasse eingestuft&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt;, seine Versetzung in die erste Disziplinarklasse erfolgte [[1867]].&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Waldheim wurde Karl May als Rückfalltäter bei seiner Einweisung [[1870]] in die III. Disziplinarklasse eingereiht, aber spätestens [[1872]] in die II. Disziplinarklasse versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== im Werk ===&lt;br /&gt;
In ''[[Die Juweleninsel]]'' wird der Fischer [[Heinrich Hartig]] im [[Zuchthaus Hochberg]] wegen eines Fluchtversuchs nach seiner Verhaftung in die dritte Disziplinarklasse eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl May: ''Die Juweleninsel'', [[Karl Mays Werke (HKA)]] II.2, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl May: ''[[Mein Leben und Streben]]'', 1910.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Eugène d'Alinge]]: ''Besserung auf dem Weg der Individualisierung'', Leipzig 1865. (Schrift des damaligen Direktors der Anstalt über seine Pläne und Methoden; auszugsweise zitiert in der ''Karl-May-Chronik I'', S. 134)&lt;br /&gt;
* Johannes W. E. Büttner: ''Das Gesundheitswesen und die gesundheitlichen Verhältnisse des Zucht-, Waisen- und Armenhauses und späteren Zucht- und Korrektionshauses in Waldheim (Sachsen) seit seiner Gründung im Jahre 1716 bis 1900''. Leipzig (Anstaltsdruckerei Waldheim) 1942.&lt;br /&gt;
* [[Hainer Plaul]]: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;. Über Karl Mays Aufenthalt im Arbeitshaus zu Zwickau von Juni 1865 bis November 1868''. In: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1975]].&lt;br /&gt;
* Hainer Plaul: ''Resozialisierung durch »progressiven« Strafvollzug. Über Karl Mays Aufenthalt im Zuchthaus zu Waldheim von Mai 1870 bis Mai 1874''. In: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1976]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.koeblergerhard.de/ZRG127Internetrezensionen2010/BretschneiderFalk-GefangeneGesellschaft.htm Gefangene Gesellschaft].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vagantenzeiten|Disziplinarklasse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>134.109.178.35</name></author>
		
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