Aqua benedetta: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Aqua benedetta. Ein geschichtliches Räthsel von Emma Pollmer''''' ist eine historische Erzählung [[Karl May]]s.
  
Die Erzählung '''''"Aqua benedetta"''''' wurde [[1878]] in der Zeitschrift "[[Frohe Stunden]]" erstmals unter dem Pseudonym [[Emma Pollmer]] veröffentlicht. [[1880]] wurde der Text, von [[Karl May|May]] überarbeitet, dann unter dem Titel '''''"Ein Fürst des Schwindels"''''' im [[Deutscher Hausschatz|Deutschen Hausschatz]] veröffentlicht (als Autor wurde ein 'Ernst von Linden' angegeben).
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Die Erzählung wurde [[1878]] in der Zeitschrift ''[[Frohe Stunden]]'' erstmals unter dem [[Pseudonym]] [[Emma Pollmer (Pseudonym)|Emma Pollmer]] veröffentlicht.<ref>Plaul/Klußmeier, S. 39, Nr. 56.</ref> Dies war offenbar die einzige Ausgabe des Textes zu Karl Mays Lebzeiten.
  
== Inhalt ==
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In der Reihe ''[[Karl May Taschenbücher]]'' erschien erstmals [[1971]] eine Lizenzausgabe des 71. Bandes.
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Ebenfalls 1971 veröffentlichte die [[Karl-May-Gesellschaft]] als Privatdruck den Band ''Frohe Stunden'' in der Reihe ''Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben'', in dem auch ein [[Reprint]] von ''Aqua benedetta'' enthalten ist.
  
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Im Jahre [[2000]] wurde der Erstdruck im Reprint-Band ''[[Frohe Stunden (Reprint)|Frohe Stunden]]'' der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.
  
== Personal==
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[[2009]] veröffentlichte der epubli Verlag den Sammelband ''Erzählungen Band I. Humoresken & Historische Erzählungen'', der ebenfalls den Text im Neusatz beinhaltet.
*[[Graf von St. Germain]] (historische Persönlichkeit)
 
  
== Handlungsorte ==
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== Inhalt ==
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Die Erzählung spielt, jeweils wenige Tage, etwa 1740 (vor dem ersten Schlesischen Krieg) in Versailles, etwa 1763 (gegen Ende des Siebenjährigen Krieges) im Haag und zwischen 1774 und 1778 (Karl von Hessen-Kassel ist bereits dänischer Feldmarschall, aber noch nicht im bayrischen Erbfolgekrieg) in Eckernförde.
  
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=== ''1. In Versailles'' ===
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In Versailles treffen Ludwig XV. und der Graf von St. Germain aufeinander. Letzterer ist ein Abenteurer, der einen mysteriösen Ruf hat, unsterblich sein und über riesige Reichtümer verfügen soll. Der König ist fasziniert. Ebenfalls in Versaille ist der deutsche Baron von Langenau, dessen Vater einst von St. Germain in den Ruin und den Selbstmord getrieben wurde. Beide sind Feinde und St. Germain torpediert die diplomatische Mission Langenaus in Frankreich.
  
==Buchausgaben ==
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=== ''2. Im Haag'' ===
[[1927]] wurde die Erzählung -  bearbeitet von [[Franz Kandolf]] - in den Band ''"[[GW48|Das Zauberwasser]]"'' der [[Karl May's Gesammelte Werke|Gesammelten Werke]] des [[Karl-May-Verlag]]s übernommen.
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Im Haag treffen beide wieder aufeinander und Langenau gelingt es, den französischen "Diplomaten" St. Germain, der die Krondiamanten im Auftrag des Königs verpfänden soll, als Diamantenfälscher zu entlarven.
  
Seit [[1967]] findet sich die Urfassung "Aqua benedetta", als Nachdruck der Fassung von 1878, in Band 71 der Gesammelten Werke, "[[GW71|Old Firehand]]".
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=== ''3. In Eckernförde'' ===
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In Eckernförde, wo sich St. Germain seit Jahren beim Prinzen Karl von Hessen-Kassel aufhält, mischt er ein angebliches "Projectionspulver" und ein "verbessertes Aqua benedetta", das ihn unverwundbar machen soll. Der zusammen mit Baron von Langenau anwesende Prinz Paranow bezeichnet ihn als Schwindler und es kommt zum [[Duell]]. Der "unverwundbare" Graf stirbt an einem Brustschuss des Prinzen.
  
Aktuelle Ausgaben => siehe [http://141.30.89.80/~thomas/maybuecher/textdetails.php?_id=82 Bücherdatenbank].
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== Sonstiges ==
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* Fast das gesamte Personal der Erzählung ist historisch. Ebenfalls historisch ist, dass – seit dem Mittelalter nachweisbar – vielfach Personen als unsterblich oder unverwundbar galten, meist in Verbindung mit irgendeinem "Zaubermittel", und häufig (wenn sie sich selbst diesen Mythos angedichtet hatten, sogar sehr oft) als Betrüger entlarvt wurden. Fast alle besaßen außergewöhnliche historische Kenntnisse.
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* [[1880]] wurde der Text, von May überarbeitet, dann unter dem Titel ''[[Ein Fürst des Schwindels]]'' im ''[[Deutscher Hausschatz|Deutschen Hausschatz]]'' veröffentlicht. Als Autor wurde ein [[Ernst von Linden (Pseudonym)|Ernst von Linden]] angegeben.
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* Eine der Quellen Mays war möglicherweise eine Übersetzung der Memoiren Casanovas.<ref>Vgl. die Übereinstimmung von Namen und Konditionen des Verkaufs der Papiere auf [http://books.google.de/books?id=HQlKAAAAcAAJ&pg=PA177&lpg=PA177&dq=d%27Affri&source=bl&ots=ksPbSugGEF&sig=q8xIGSDKwlPP2xIta-diXONcKbg&hl=de&sa=X&ei=cY87UZ62GobMtQbw4oGAAg&ved=0CEMQ6AEwBw S. 177].</ref>
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== Anmerkungen ==
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== Literatur ==
 
== Literatur ==
*[[Gert Ueding]] (Hg.): [[Karl-May-Handbuch]], Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg [[2001]], ISBN 3826018133
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* [[Hainer Plaul]]: ''[[Illustrierte Karl-May-Bibliographie|Illustrierte Karl May Bibliographie]]. Unter Mitwirkung von [[Gerhard Klußmeier]]''. Edition [[Leipzig]] [[1988]]. ISBN 3-361-00145-5 (bzw.) K. G. Saur [[München]]–[[London]]–[[New York]]–[[Paris]] [[1989]]. ISBN 3-598-07258-9
*[[Hainer Plaul|Plaul]]/[[Gerhard Klußmeier|Klußmeier]] : [[Illustrierte Karl-May-Bibliographie]] (enthält die zu Mays Lebenszeit erschienenen Werke)
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* [[Volker Griese]]: ''Nach authentischen Quellen: "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 82]]''/[[1989]], S. 22–25. ([https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/082/index.htm Onlinefassung])
*[[Wolfgang Hermesmeier]], [[Stefan Schmatz]]: ''[[Karl-May-Bibliografie 1913-1945]]'', [[Karl-May-Verlag]], ISBN 3780201577
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* [[Horst Friedrich]]: ''Das verborgene Doppelgesicht der Alchemie in Karl Mays "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 95]]''/[[1993]], S. 40–43. ([https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/095/index.htm Onlinefassung])
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* Wilhelm Brauneder: ''Grill: Mays St. Germain''. In: [[Wiener Karl-May-Brief Heft 1-2/2015]])
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* [[Heinz Grill]]: ''Karl May und der Graf von Saint-Germain'' [Faksimile eines Typoscripts]. In: Wiener Karl-May-Brief Heft 1-2/2015
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== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
*Der Originaltext online auf den Seiten der [http://karlmay.leo.org/kmg/primlit/erzaehl/sammlung/hsschtz/index.htm Karl-May-Gesellschaft].  
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* Der Originaltext online auf den Seiten der [https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/erzaehl/hist/aqua/aqua-benedetta.php Karl-May-Gesellschaft].
 
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* Der Eintrag in der [http://karl-may-buecher.de/textdetails.php?_id=82&_mitcover=J Bücherdatenbank].
 
 
  
 
[[Kategorie:Erzählungen/Novellen]]
 
[[Kategorie:Erzählungen/Novellen]]
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[[Kategorie:Europa]]

Aktuelle Version vom 8. Juli 2018, 22:32 Uhr

Handelnde Personen in
Aqua benedetta

Calcoen (nur erwähnt)
Giacomo Casanova
d'Hausset
Karl von Hessen-Kassel
van Holmen
Adrian Hope
Comtess de Lancy (nur erwähnt)
Amely von Langenau
Baron von Langenau (nur erwähnt)
Karl von Langenau
Ludwig XV.
Prinz Paranow
Marquise von Pompadour
Graf von St. Germain


Handlungsorte

Versailles
Haag
Eckernförde

Aqua benedetta. Ein geschichtliches Räthsel von Emma Pollmer ist eine historische Erzählung Karl Mays.

Textgeschichte[Bearbeiten]

Die Erzählung wurde 1878 in der Zeitschrift Frohe Stunden erstmals unter dem Pseudonym Emma Pollmer veröffentlicht.[1] Dies war offenbar die einzige Ausgabe des Textes zu Karl Mays Lebzeiten.

Seit 1967 findet sich Aqua benedetta als modernisierter Nachdruck in Band 71 der Gesammelten Werke des Karl-May-Verlags, Old Firehand.

In der Reihe Karl May Taschenbücher erschien erstmals 1971 eine Lizenzausgabe des 71. Bandes.

Ebenfalls 1971 veröffentlichte die Karl-May-Gesellschaft als Privatdruck den Band Frohe Stunden in der Reihe Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben, in dem auch ein Reprint von Aqua benedetta enthalten ist.

Im Jahre 2000 wurde der Erstdruck im Reprint-Band Frohe Stunden der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.

2009 veröffentlichte der epubli Verlag den Sammelband Erzählungen Band I. Humoresken & Historische Erzählungen, der ebenfalls den Text im Neusatz beinhaltet.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Erzählung spielt, jeweils wenige Tage, etwa 1740 (vor dem ersten Schlesischen Krieg) in Versailles, etwa 1763 (gegen Ende des Siebenjährigen Krieges) im Haag und zwischen 1774 und 1778 (Karl von Hessen-Kassel ist bereits dänischer Feldmarschall, aber noch nicht im bayrischen Erbfolgekrieg) in Eckernförde.

1. In Versailles[Bearbeiten]

In Versailles treffen Ludwig XV. und der Graf von St. Germain aufeinander. Letzterer ist ein Abenteurer, der einen mysteriösen Ruf hat, unsterblich sein und über riesige Reichtümer verfügen soll. Der König ist fasziniert. Ebenfalls in Versaille ist der deutsche Baron von Langenau, dessen Vater einst von St. Germain in den Ruin und den Selbstmord getrieben wurde. Beide sind Feinde und St. Germain torpediert die diplomatische Mission Langenaus in Frankreich.

2. Im Haag[Bearbeiten]

Im Haag treffen beide wieder aufeinander und Langenau gelingt es, den französischen "Diplomaten" St. Germain, der die Krondiamanten im Auftrag des Königs verpfänden soll, als Diamantenfälscher zu entlarven.

3. In Eckernförde[Bearbeiten]

In Eckernförde, wo sich St. Germain seit Jahren beim Prinzen Karl von Hessen-Kassel aufhält, mischt er ein angebliches "Projectionspulver" und ein "verbessertes Aqua benedetta", das ihn unverwundbar machen soll. Der zusammen mit Baron von Langenau anwesende Prinz Paranow bezeichnet ihn als Schwindler und es kommt zum Duell. Der "unverwundbare" Graf stirbt an einem Brustschuss des Prinzen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Fast das gesamte Personal der Erzählung ist historisch. Ebenfalls historisch ist, dass – seit dem Mittelalter nachweisbar – vielfach Personen als unsterblich oder unverwundbar galten, meist in Verbindung mit irgendeinem "Zaubermittel", und häufig (wenn sie sich selbst diesen Mythos angedichtet hatten, sogar sehr oft) als Betrüger entlarvt wurden. Fast alle besaßen außergewöhnliche historische Kenntnisse.
  • 1880 wurde der Text, von May überarbeitet, dann unter dem Titel Ein Fürst des Schwindels im Deutschen Hausschatz veröffentlicht. Als Autor wurde ein Ernst von Linden angegeben.
  • Eine der Quellen Mays war möglicherweise eine Übersetzung der Memoiren Casanovas.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Plaul/Klußmeier, S. 39, Nr. 56.
  2. Vgl. die Übereinstimmung von Namen und Konditionen des Verkaufs der Papiere auf S. 177.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.


Weblinks[Bearbeiten]