Chatar

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Chatar ist eine Landenge, die das Schwemmland von Ussulistan von der Wüstenlandschaft Tschobanistans trennt. Der versiegte Fluss Ssul durchquert sie der Länge nach, um erst tief in Ussulistan wieder Wasser zu führen.

Wir mochten wohl eine Viertelstunde lang zwischen diesen Höhen dahingeritten sein, als sie ganz nahe aneinandertraten und eine Stelle bildeten, welche genau so aussah, als ob ein Geschlecht von Giganten hier vor Tausenden von Jahren aus riesigen, rohen Felsstücken einen Tunnel gebaut habe, um die Landenge quer abzuschließen, dabei aber dem Wasser des Flusses die Fortsetzung seines Weges zu gestatten. Einem der größten Quader waren die Worte eingegraben >Fum eß Ssachr<, was soviel wie >Felsenmündung< oder >Felsenloch< bedeutet. Der Durchmesser dieses Loches war höchstens fünf oder sechs Schritte größer als die Breite des Flußbettes. Zu beiden Seiten aber stiegen die Felsen so steil in die Höhe, daß es nur an einer einzigen Stelle möglich war, zu Fuß emporzuklettern. Das letztere taten wir, nachdem wir von den Pferden gestiegen waren. Der Zweck, der uns hierher geführt hatte, machte es uns zur Pflicht, gerade diesen wichtigen Teil der Gegend so genau wie möglich kennen zu lernen. [...]
Es gab eine Überraschung, die unser da oben wartete. Wir befanden uns auf der Ostseite. Noch hatten wir die Höhe nicht ganz erklommen, so traten da, wo wir waren, die Spitzen der Felsen auseinander, und was sahen wir vor uns liegen? Das Meer, das Meer, das weite, blaue Meer, welches inzwischen ganz zu uns herangetreten war, ohne daß wir es hatten bemerken können. Und als wir den höchsten Punkt erreichten, wo die Hunde auf uns warteten und nun auch die andere Seite vor uns lag, schrie Halef vor Verwunderung laut auf, denn auch da war inzwischen das Meer erschienen und, einen jähen, tiefen Einschnitt des Landes benutzend, so schnell und so nahe zu uns herangekommen, daß es nun grad und genau zu unseren Füßen lag. [1]

In dieser Enge erwartet das Ussul-Heer des Dschirbani die Truppen der Tschoban und der mit ihnen verfeindeten Dschunub, um sie ohne Blutvergiessen zu besiegen und zu Verbündeten zu machen. Der Dschirbani wird dabei von Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar, Abd el Fadl und Merhameh unterstützt.

Anmerkungen

  1. 2. Kap., S. 138.