Der Weg zum Glück/Silberbauer

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Max Walther, der neue Lehrer, trifft im Wald den Finkenheiner, sie kommen ins Gespräch und freunden sich an. Max hat sich von Regensburg aus freiwillig für diese Stelle beworben, die eigentlich eine Strafstelle ist. In Regensburg hat er kurz Liesbeth, Heiners Tochter, kennengelernt. Die wird wenig weiter vom Silberfritz, Sohn des Silberbauern, überrascht und belästigt, er bietet ihr an, seine Geliebte zu werden, ja, gar seine Hure. Schließlich leert er ihren Pilzkorb aus und will gewaltsam Zärtlichkeiten erzwingen.

Da tritt Max hinzu, um Liesbeth in Schutz zu nehmen. Fritz will das nicht dulden und beginnt sechsmal eine Schlägerei. Jedesmal liegt er schneller auf dem Boden, als er zum Schlag ausholte, am Schluß wird er zudem noch so abgeohrfeigt, daß ihm Hören und Sehen vergehen. Dann muß er erst fein säuberlich die Pilze wieder einsammeln, ehe er den Rückzug antreten darf.

Von Liesbeth erfährt Max, daß die vermeintliche Dame, die in Regensburg bei Liesbeths Dienstherrn zu Besuch gewesen war, die Silbermartha ist, Schwester des Verprügelten und Tochter des Silberbauern.

Liesbeth läuft in die Stadt und Max folgt dem Weg zum Dorf und trifft bald auf die Feuerbalzerin, der er den schweren Holzkorb tragen hilft. Von ihr erfährt er, daß der Lehrer immer beim Silberbauern wohnt und dem dafür die Schreibarbeiten zu erledigen hat und von ihm auch von der Arbeit abgehalten werde. Er gibt ihr etwas Geld, um Fleisch für eine Suppe kaufen zu können, und erfährt danach, daß sie sich eigentlich aus Verzweiflung das Leben hatte nehmen wollen, das er ihr mit der kleinen Gabe gerettet habe. Auch ihr größter Feind ist der Silberbauer, der das ganze, einst so reiche Dorf in Armut gebracht und dabei Reichtümer gescheffelt hat.

Auf dem Weg zum Dorf treffen die beiden auf die Silbermartha, derentwegen Max sich um diese Stelle beworben hatte, nachdem er sie in Regensburg flüchtig kennengelernt hatte. Es gibt einen ausgedehnten Wortwechsel. Ihr entscheidendes Statemant ist:

»Jetzt bin ich gewiß, daß Sie eine entscheidende Frage an mich richten werden, und ich will Ihnen die Antwort ertheilen, noch ehe Sie die Frage ausgesprochen haben. Sie gefallen mir. Ein Dichter ist mein Ideal. Aber einen Schulmeister heirathe ich nun und nimmermehr. So tief steige ich nicht herunter. Also dichten Sie! Sobald

// 604 // Sie einen Namen haben, legen Sie Ihre Stelle nieder und ich werde Ihre Frau. Deutlicher und bündiger kann ich doch nicht sein!« und er kontert mit

»Dieser Prassel mit Ihren Silbermünzen ist einfach ungezogen und beleidigend. Wenn Sie reich sind, so seien Sie es meintwegen, aber hängen Sie das liebe Geld nicht an Ihrer werthen Person so auffällig auf die Bleiche! Sodann war Ihr erstes Wort eine Grobheit. Sie fluchen wie ein Landsknecht. Sie zeigten gegen die arme Frau, deren Korb ich trug, kein Herz - kurz, ich bin überzeugt, daß Sie ein gefühlloses, rohes, raffinirtes, eingebildetes, stolzes und - liebeslüsternes Frauenzimmer sind. Ich bin geheilt. Holen Sie sich einen anderen Dichter! Ich werde Schulmeister von Hohenwald sein, aber als Frau möchte ich Sie nicht, selbst dann nicht, wenn Sie mir mit aller Gewalt auf den Buckel sprängen.«

Sie will ihm Rache schwören und fühlt da erst, daß und wie sehr sie ihn liebt und wird im Innern bereits unsicher. Die Feuerbalzerin hat das Wort Rache gehört und droht ihr nun, sie überall zu blamieren. Martha droht – vergebens: »Wast thust? Nix, gar nix! Mehr kannst nun gar nimmer thun, als was Ihr allbereits schon than habt an uns. Und nachhero, wann mir ja

// 609 // was geschehen ist, so werden alle Leut gleich wissen, daß Du es gewest bist, denn ich werds Allen verzählen, daßt mir droht hast. Sie will die Arme bestechen – vergebens: lieber verhungern als Geld von Euch! Sie bittet. »Nun gut, ich kann mal keiner Bitt nix abschlagen. Ein guts Wort findet eine gute Statt.« Sie erklärt ihr Maxens Verhalten und endet mit: Schau, Du bist meine Feindin; aberst ich hab Dir jetzund eine Bitt erfüllt, und nun fühl ich keinen Hungern mehr, und es ist mir, als hätt der heilge Christ mir eine große Freuden gebracht. Versuchs auch so, nachhero wird eine große Freuden auch sein über Dich im Himmel und auf Erden. Es ist nicht gut, wann ein Kind keine Muttern hat; drum kann ich Dir viel verzeihen. Behüt Dich Gott, Martha; sei brav, sei brav!« War es wahr - war es wirklich geschehen? Die Alte hatte die Hand des Mädchens ergriffen und dieselbe mit Wärme gedrückt! Martha blickte ihr nach, bis sie verschwunden war. Dann preßte sie die Hände auf die Brust. »Martha, sei brav, sei brav!« wiederholte sie, diese Worte vor sich hinflüsternd. Sie betrachtete ihre Hand, welche soeben in derjenigen ihrer ärgsten

// 613 // Feindin gelegen hatte. An der Hand war nichts zu sehen, nicht die mindeste Spur dieser Berührung, aber von den Spitzen der Finger und durch den Arm und bis ins Herz hinab ging es wie ein warmer, wohlthuender Strom, der sich auch über den ganzen übrigen Körper verbreitete. »Er hat Dich sehr lieb gehabt, und vielleicht hat er Dich auch heut noch lieb!« So hatte sie gesagt. War das möglich? Konnte ein Bursche das Mädchen noch lieben, zu welchem er so harte, so schlimme Worte gesprochen hatte? Es fluthete heiß in ihr empor. Woher sie kamen, das schöne Mädchen wußte es nicht, aber im Augenblicke standen ihre Augen voller Thränen, welche über die Wangen herabliefen, um noch andern, vielen andern Platz zu machen. Es war ihr, als ob sie niederknieen und Gott bitten müsse, so wie jetzt auch ferner in ihr fort zu walten. Sie that es aber nicht, sondern sie kehrte zurück zu dem Baume, an welchem der Geliebte gelehnt hatte, und schlang die Arme um ihn. Als sie den wogenden Busen an den Stamm schmiegte, war es ihr, als ob sie ihn, ihn, ihn umarme. Die Thränen rannen fort, aber eine selige Ruhe fand sich im Herzen ein. »Max, o Max!« flüsterte sie. »Behalt mich lieb! Ich will anders werden, viel, viel besser, und nicht an Haß und Rache denken. Vergieb mir auch, denn ich hab - - - ja keine Mutter mehr!« - - - Wie tief dieser Wandel geht, ist daran zu sehen, daß sie beim nächsten Auftreten ein einfaches graues Kleid trägt und kein bißchen Schmuck! Da aber wird Max den Fehler machen hartherzig zu bleiben.

Jetzt aber ist er erst mal beim Wirtshaus angekommen, wo er arretiert werden soll wegen Mordversuchs und Körperverletzung an Fritz. Er siezt alle Anwesenden, wird aber geduzt, verbittet sich dies als Beleidigung und antwortet schließlich mit Ohrfeigen, so daß der Dorfwächter und der Silberbauer durch die Gegend fliegen, und antwortet dann auf Angriffe des Silberbauern und Fritzens mit Stockhieben, auf den Silberbauern stürzt sich zudem noch die Feuerbalzerin, die ihm das Gesicht mit Schlägen und Nägeln entstellt.

Max geht zum Pfarrer, dem er seine Sachen vorausgeschickt hatte und der bereits eine gute Wohnung für ihn gefunden hat. Nachdem er sich eingerichtet hat, geht er zum Silberbauern, um sich offiziell bei ihm als dem Schultheiß anzumelden. Der ist physisch wie psychisch noch gänzlich außerstande, zu reagieren und so übernimmt Martha es in einer Szene, die für sie die beste, für Max aber die mieseste ist seine Hartherzigkeit und sein mangelndes Gespür für die Empfindungen anderer passen nicht zu seinem Charakter und liegen sehr, sehr weit unter seinem Niveau, da können auch Erklärungsversuche des Autors nichts dran ändern.