Ein Fürst des Schwindels: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Erzählung basiert auf ''[[Aqua benedetta]]'', einer früheren, kürzeren Geschichte Mays. Deren Text und Inhalt wurden fast vollständig übernommen. May hat vor allem durch ausführlichere Dialoge und ein paar zusätzliche Szenen jene Lücken geschlossen, die in der alten Fassung der Phantasie des Lesers überlassen blieben. Und er hat den Schluss erheblich geändert: während in ''Aqua benedetta'' der Betrüger im Duell mit dem Prinzen stirbt, verlangt letzterer nun quasi coram publico die Rücknahme eines betrügerisch verkauften und realiter wertlosen "Diamanten" und tauscht nach der Weigerung des Kriminellen die Amalgam-Kugel aus, mit welcher dieser seine Unverwundbarkeit und somit die Wirksamkeit seiner Erfindung "beweisen" will. Geladen wird daher jene Bleikugel, mit der sich der Vater Karl von Langenaus das Leben genommen hatte, nachdem der Betrüger ihn an den Bettelstab gebracht hatte, und die Karl stets bei sich trug und dem Prinzen auf dessen Bitte aushändigte.
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* Fast das gesamte Personal der Erzählung ist historisch. Ebenfalls historisch ist, dass – seit dem Mittelalter nachweisbar – vielfach Personen als unsterblich oder unverwundbar galten, meist in Verbindung mit irgendeinem "Zaubermittel", und häufig (wenn sie sich selbst diesen Mythos angedichtet hatten, sogar sehr oft) als Betrüger entlarvt wurden. Fast alle besaßen außergewöhnliche historische Kenntnisse.
 
* Fast das gesamte Personal der Erzählung ist historisch. Ebenfalls historisch ist, dass – seit dem Mittelalter nachweisbar – vielfach Personen als unsterblich oder unverwundbar galten, meist in Verbindung mit irgendeinem "Zaubermittel", und häufig (wenn sie sich selbst diesen Mythos angedichtet hatten, sogar sehr oft) als Betrüger entlarvt wurden. Fast alle besaßen außergewöhnliche historische Kenntnisse.
* Die Erzählung basiert auf ''[[Aqua benedetta]]'', einer früheren, kürzeren Geschichte Mays.
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* Die [[Geisterkugeln|Geisterkugel]] als Mittel zum scheinbaren Beweis der Unverwundbarkeit findet sich auch in ''[[Durch das Land der Skipetaren (GR5)|Durch das Land der Skipetaren]]''.
  
 
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== Literatur ==
 
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* [[Herbert Meier]]: ''6. Ein Fürst des Schwindels.'' In: Karl May: ''Kleinere Hausschatz-Erzählungen.'' Reprint der Karl-May-Gesellschaft 1982, S. 23 f. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/erzaehl/sammlung/hsschtz/index.htm Onlinefassung])
 
* [[Herbert Meier]]: ''6. Ein Fürst des Schwindels.'' In: Karl May: ''Kleinere Hausschatz-Erzählungen.'' Reprint der Karl-May-Gesellschaft 1982, S. 23 f. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/erzaehl/sammlung/hsschtz/index.htm Onlinefassung])
* [[Hainer Plaul]]/[[Gerhard Klußmeier]]: ''[[Illustrierte Karl-May-Bibliographie]]'' (enthält die zu Mays Lebenszeit erschienenen Werke)
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* [[Hainer Plaul]]: ''[[Illustrierte Karl-May-Bibliographie|Illustrierte Karl May Bibliographie]]. Unter Mitwirkung von [[Gerhard Klußmeier]]''. Edition [[Leipzig]] [[1988]]. ISBN 3-361-00145-5 (bzw.) K. G. Saur [[München]]–[[London]]–[[New York]]–[[Paris]] [[1989]]. ISBN 3-598-07258-9
 
* [[Volker Griese]]: ''Nach authentischen Quellen: "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 82]]''/[[1989]], S. 22–25. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/082/index.htm Onlinefassung])
 
* [[Volker Griese]]: ''Nach authentischen Quellen: "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 82]]''/[[1989]], S. 22–25. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/082/index.htm Onlinefassung])
 
* [[Horst Friedrich]]: ''Das verborgene Doppelgesicht der Alchemie in Karl Mays "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 95]]''/[[1993]], S. 40–43. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/095/index.htm Onlinefassung])
 
* [[Horst Friedrich]]: ''Das verborgene Doppelgesicht der Alchemie in Karl Mays "Ein Fürst des Schwindels".'' In: ''[[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 95]]''/[[1993]], S. 40–43. ([http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/095/index.htm Onlinefassung])
 
* [[Wolfgang Hermesmeier]]/[[Stefan Schmatz]]: ''[[Karl-May-Bibliografie 1913-1945]]'', Karl-May-Verlag [[Bamberg]]–[[Radebeul]] [[2000]]. ISBN 3780201577
 
* [[Wolfgang Hermesmeier]]/[[Stefan Schmatz]]: ''[[Karl-May-Bibliografie 1913-1945]]'', Karl-May-Verlag [[Bamberg]]–[[Radebeul]] [[2000]]. ISBN 3780201577
* [[Martin Lowsky]]: ''Ein Fürst des Schwindels.'' In: [[Gert Ueding]] (Hrsg.): ''[[Karl-May-Handbuch]].'' Verlag Königshausen & Neumann GmbH Würzburg [[2001]], S. 360 f. ISBN 3826018133
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* [[Martin Lowsky]]: ''Ein Fürst des Schwindels.'' In: [[Gert Ueding]] (Hrsg.): ''[[Karl-May-Handbuch]].'' Verlag Königshausen & Neumann GmbH Würzburg [[2001]], S. 360 f. ISBN 3-8260-1813-3
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* [[Wilhelm Brauneder]]: ''Grill: Mays St. Germain''. In: [[Wiener Karl-May-Brief Heft 1-2/2015]])
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* [[Heinz Grill]]: ''Karl May und der Graf von Saint-Germain'' [Faksimile eines Typoscripts]. In: Wiener Karl-May-Brief Heft 1-2/2015
 
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* Der Originaltext online auf den Seiten der [http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/erzaehl/sammlung/hsschtz/index.htm Karl-May-Gesellschaft].
 
* Der Originaltext online auf den Seiten der [http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/erzaehl/sammlung/hsschtz/index.htm Karl-May-Gesellschaft].

Aktuelle Version vom 23. August 2015, 09:51 Uhr

Handelnde Personen in
Ein Fürst des Schwindels

Calcoen
Katje Calcoen
Giacomo Casanova
d'Hausset
Karl von Hessen-Kassel
van Holmen
Adrian Hope
Amely von Langenau
Karl von Langenau
Ludwig XV.
Prinz Paranow
Prinzessin Paranow
Marquise von Pompadour
Graf von St. Germain
nur erwähnt:
Friedrich II.
Comtess de Lancy
Graf de Lancy
Baron von Langenau
Baronin von Langenau


Handlungsorte

Versailles
Haag
Eckernförde

Ein Fürst des Schwindels. Nach authentischen Quellen von Ernst von Linden ist eine historische Erzählung Karl Mays.

Textgeschichte[Bearbeiten]

1880 wurde der Text im Deutschen Hausschatz veröffentlicht. Als Autor war ein Ernst von Linden angegeben.[1] Dies war wahrscheinlich die einzige Ausgabe der Erzählung zu Karl Mays Lebzeiten.

1927 wurde die Erzählung unter dem Titel Das Zauberwasserbearbeitet von Franz Kandolf – in den Band 48 Das Zauberwasser der Gesammelten Werke des Karl-May-Verlags übernommen.[2]

Ebenfalls enthalten ist Das Zauberwasser im Sammelband Karl-May-Geschichten aus dem Jahr 1943. Dabei handelt es sich um Band 7 der Lagerbücherei der Kinderlandverschickung, eine Lizenzausgabe des Karl-May-Verlags für die Erwin Skacel Verlagsbuchhandlung.[3]

1982 brachte die Karl-May-Gesellschaft den Reprintband Kleinere Hausschatz-Erzählungen heraus, der einen reprographischen Nachdruck des Textes enthält.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Die Fastnachtsnarren und andere Erzählungen 2, der u. a. Ein Fürst des Schwindels in modernisierter Form beinhaltet.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Erzählung basiert auf Aqua benedetta, einer früheren, kürzeren Geschichte Mays. Deren Text und Inhalt wurden fast vollständig übernommen. May hat vor allem durch ausführlichere Dialoge und ein paar zusätzliche Szenen jene Lücken geschlossen, die in der alten Fassung der Phantasie des Lesers überlassen blieben. Und er hat den Schluss erheblich geändert: während in Aqua benedetta der Betrüger im Duell mit dem Prinzen stirbt, verlangt letzterer nun quasi coram publico die Rücknahme eines betrügerisch verkauften und realiter wertlosen "Diamanten" und tauscht nach der Weigerung des Kriminellen die Amalgam-Kugel aus, mit welcher dieser seine Unverwundbarkeit und somit die Wirksamkeit seiner Erfindung "beweisen" will. Geladen wird daher jene Bleikugel, mit der sich der Vater Karl von Langenaus das Leben genommen hatte, nachdem der Betrüger ihn an den Bettelstab gebracht hatte, und die Karl stets bei sich trug und dem Prinzen auf dessen Bitte aushändigte.

Auch die Kapitelnamen wurden geändert in

  1. Aqua benedetta
  2. Der Krondiamant
  3. Aqua maledetta.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Fast das gesamte Personal der Erzählung ist historisch. Ebenfalls historisch ist, dass – seit dem Mittelalter nachweisbar – vielfach Personen als unsterblich oder unverwundbar galten, meist in Verbindung mit irgendeinem "Zaubermittel", und häufig (wenn sie sich selbst diesen Mythos angedichtet hatten, sogar sehr oft) als Betrüger entlarvt wurden. Fast alle besaßen außergewöhnliche historische Kenntnisse.
  • Die Geisterkugel als Mittel zum scheinbaren Beweis der Unverwundbarkeit findet sich auch in Durch das Land der Skipetaren.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Plaul/Klußmeier, S. 72, Nr. 124.
  2. Hermesmeier/Schmatz, S. 242–244, Nr. GW48.
  3. Hermesmeier/Schmatz, S. 359 f., Nr. LA15.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.


Weblinks[Bearbeiten]