Freilichtbühne Rehberge

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Die Freilichtbühne Rehberge wurde 1935/36 im Volkspark Rehberge im Berliner Ortsteil Wedding errichtet und war von den Nationalsozialisten als Feier- oder Thingplatz gedacht. Konzipiert wurde sie für 4.000 Sitz- und 11.000 Stehplätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Berlins kamen hier v.a. Lustspiele und Operetten zur Freilichtaufführung. 1998 wurde die Freilichtbühne nach mehrfachem Vandalismus entgültig geschlossen. Ein neuer Eigentümer nutzt sie nach Sanierungen seit 2009 für Freiluftkino.

Karl-May-Aufführungen[Bearbeiten]

Karl May & Co. berichtet in Ausgabe 99 von 2005 über die Karl-May-Aufführungen in Rehberge. Begünstigt durch die einsetzende Winnetou-Filmreihe und neue Ausgaben nach Ablauf des Urheberschutzes der von Karl May bis zum seinem Tod veröffentlichten Werke, konnte der Karl-May-Fan, Schauspieler und Regisseur Joachim Mock im Sommer 1963 eine Inszenierung von Gestalten um Winnetou auf die Beine stellen. Inspiriert hatten ihn die Bad Segeberger Karl-May-Spiele.

Die Bühnenschießereien mussten von der französischen Besatzungsmacht genehmigt werden. Geldgeber war der Bezirk Wedding; im Amt stieß Mock nach seiner Erinnerung auf große Begeisterung. Das Budget war jedoch schmal, sehr viel musste in Eigenleistung erbracht werden. Ein Treckwagen wurde aus alten Einzelteilen konstruiert, die Kulissen selbst gebaut. Kostüme und Requisiten mussten allesamt beschafft werden. Zwei ältere Damen, so Mock, liehen ihnen ein originales Outfit eines Apachen-Medizinmannes aus dem Erbe ihres Vaters. Der Holzboden der Bühne wurde mit Sand bedeckt.

Mock zufoge wäre für seine Schauspieler das Dreifache an Gage angemessen gewesen und für eine Versicherung der Unternehmung habe er ebenfalls kein Geld gehabt. Für einen Unfall wäre er 1964 (ein Pferd warf einen Reiter nahe einer Mauer ab) bei einer ernsten Verletzung eventuell persönlich haftbar gemacht worden. Der Zuschauerzuspruch war 1963 sehr gut gewesen: von den 30.000 Zuschauern der Freilichtbühne waren 18.500 zu den zwölf Winnetou-Vorstellungen gekommen.

1964 kamen zu Gestalten um Old Surehand laut Bezirksstadtrat Seliger (Berliner Zeitung vom 10.09.1964) weniger Zuschauer, zudem liefe das Polizeisportfest. Seliger war für den Abbruch, der Bezirksbürgermeister dagegen. Die Bürgerdeputation von Wedding entschied einstimmig für das Ende. Die Schauspieler boten Weiterspiel ohne Bezahlung und Mock die Miete der Bühne an; Seliger lehnte wegen ihrer hohen Risiken ab. Das ZDF hatte sich 1964 außerdem für eine Aufzeichnung interessiert, wofür aber eine Verlängerung der Spielzeit nötig gewesen wäre.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]