Tigris

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Stromgebiet von Euphrat, Tigris und Schatt al-Arab

Der Tigris (arabisch دجلة Diǧla, altpersisch Tigrā, türkisch/kurdisch Dicle) ist ein 1.900 km langer Fluss in Vorderasien. Er entspringt im Osttaurus im Osten der Türkei und verläuft später auf einer kurzen Strecke entlang der Grenze zu Syrien. Danach durchfließt der Tigris den Irak und vereinigt sich bei Al Qurnah mit dem Euphrat zum Schatt al-Arab (arabisch ‏شطّ العرب‎, Šaṭṭ al-ʿArab), der in den Persischen Golf mündet. Zusammen mit dem Euphrat bildet der Tigris, dessen Einzugsgebiet 375.000 km² umfasst, das Zweistromland (Dschesireh), in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.

Nach dem alten Testament der Bibel ist der Hiddekel (Chidekel, Hebräisch: חידקל) einer der vier Flüsse, die das Paradies bewässern (Genesis 2.14). Dieser Hiddekel östlich von Aschur (Assur) im Garten Eden wird mit dem Tigris gleichgesetzt; allerdings wird hier mitunter eingewandt, dass die Etymologie unklar ist. Ob also der Hiddekel tatsächlich mit dem Tigris identisch ist, ist nicht gesichert.

bei Karl May

Tigris
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Durch die Wüste
Durchs wilde Kurdistan
Von Bagdad nach Stambul
Der Schut (Anhang)
Nûr es Semâ - Himmelslicht
Blutrache
Im Reiche des silbernen Löwen I
Im Reiche des silbernen Löwen II
Am Jenseits
Babel und Bibel

Im Orientzyklus ist die Dschesireh und damit auch der Tigris einer der wichtigsten Handlungsorte. Dorthin kommen Kara Ben Nemsi und Sir David Lindsay mit dem Dampfboot des letzteren vom Maskat her zu einem Landeplatz am Fluss:

Wir fuhren im persischen Busen hinauf, sahen uns Basra und Bagdad an und gelangten nachher, auf dem Tigris aufwärts dampfend, an die Stelle, an welcher wir heute anlegten. Oberhalb unserer Landestelle mündete der Zab-asfal in den Tigris, und die Ufer hüben und drüben waren mit einem dichten Bambusdschungel bestanden.[1]

Dort treffen sie erstmals auf die Haddedihn und die mit ihnen verbündeten und verfeindeten Beduinenstämme. Kara Ben Nemsi hilft den Haddedihn, die Schlacht im Wadi Deradsch am Tigris erfolgreich zu schlagen und erhält dafür von Mohammed Emin den Hengst Rih als Geschenk. Nach ihrer Flucht-Reise mit Amad el Ghandur von Mossul aus durch Kurdistan gelangen sie wieder zum Tigris zurück.

In der Silberlöwen-Tetralogie stoßen Kara und Halef am Tigris mit den Sillan zusammen:

Wir hatten vielleicht nur noch eine Viertelstunde bis zum Abend, denn die Sonne war schon untergegangen, und die Dämmerung ist in jenen Gegenden von sehr kurzer Dauer, da sahen wir jenseits des Tigris ein Floß erscheinen, welches von den Fluten des Adhem in den Hauptstrom getragen wurde. Es befanden sich drei Männer auf diesem Kellek [...]. Die Lammfellmützen, welche ihre Köpfe bedeckten, ließen vermuten, daß diese Leute Perser seien.[2]

Auch in weiteren Reiseerzählungen aus dem Orient wird der Tigris erwähnt.

Anmerkungen

  1. Karl May: Durch die Wüste. Deutscher Hausschatz, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1881, S. 263.
  2. Karl May: Im Reiche des Silbernen Löwen. Deutscher Hausschatz, 1897, S. 202.

Weblinks