Morgenstern: Unterschied zwischen den Versionen

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* Jürgen Wunderlich: ''Paläontologie in Mays Pampa''. In: ''[[Wiener Karl-May-Brief Heft 4/2010]]''.
 
* Jürgen Wunderlich: ''Paläontologie in Mays Pampa''. In: ''[[Wiener Karl-May-Brief Heft 4/2010]]''.
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* [[Hartmut Wörner]]: ''"Abenteuer-Narr" oder moderner Wissenschaftler? Karl Mays Protagonist Dr. Morgensterin "von der anderen Seite" (Teil 1)''. In: [[Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 200]], [[2019]].
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Version vom 12. Juni 2019, 21:34 Uhr

Werke mit
Morgenstern
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Das Vermächtnis des Inka

Dr. Morgenstern ist ein Privatgelehrter der Zoologie aus Jüterbog mit der Lieblingswissenschaft Paläontologie. Er ist Mitglied im Gesangverein "Lyra".

im Buch

Er plant, im Gran Chaco nach Fossilien zu suchen. Ausgangspunkt seiner Reise ist Buenos Aires. Morgenstern, der sehr klein und schmächtig ist, hat sich wie ein Gaucho gekleidet:

Das Männchen trug eine sehr weiße und sehr weite Hose, welche ihm nur bis an die Kniee reichte, und eine rote, baumwollene Chiripa. Das ist eine Decke, welche der Bewohner der Pampa schräg um die Hüften schlägt, vorn und hinten emporzieht und dann um den Leib legt, wo sie von einem Gürtel festgehalten wird. Die Aermel des Hemdes, welches ebenso rein und weiß wie die Hose war, hatte der kleine Träger bis über die Ellbogen aufgewickelt, so daß seine Vorderarme unbedeckt waren. Ueber den Gürtel war eine rote Schärpe gebunden, deren Enden an der Seite herunterhingen. Ein ebenfalls roter Poncho bedeckte den Oberkörper [...] Die Unterschenkel waren mit echten Gauchostiefeln bekleidet, welche folgendermaßen zubereitet werden. Man zieht beim Schlachten eines Pferdes von den unteren Beinen die Haut, doch ohne sie zu zerschneiden, noch lebenswarm herunter und legt sie in heißes Wasser, um die Haare leichter abschaben zu können. Man steckt, während diese Häute noch naß sind, die Füße hindurch und zieht sie wie Strümpfe an. Sobald das Leder trocken wird, legt es sich fest um die Waden und bildet eine sehr wetterfeste Bekleidung, welche man freilich niemals ablegen kann, sondern tragen muß, bis sie von selbst zerreißt und von den Beinen fällt. Natürlich sind da nur die Unterschenkel und der obere Teil des Fußes bedeckt; die Zehen aber sehen vorn heraus und auch die Fußsohle bleibt nackt. [...] der kleine Mann [...] hatte ein paar Räder [sc. Sporen] angeschnallt, welche die Größe eines silbernen Fünfmarkstückes besaßen. Ein graues Filzhütchen, von welchem eine Troddel hing, saß ihm auf dem Kopfe, und unter diesem Hute trug er ein rotseidenes Tuch, dessen hinten herabgehenden Zipfel er vorn am Halse festgebunden hatte [...] In dem Gürtel unter der Schärpe steckte ein langes Messer und eine zweiläufige Pistole, und über die Achsel hing an einem breiten Riemen eine Doppelflinte, welche nicht viel kürzer als der Mann selber war [...][1]

Morgenstern hat die Angewohnheit, seine Sätze mit lateinischen Vokabeln zu spicken, die er jeweils aber dann auch ins Deutsche übersetzt. Er engagiert den ebenfalls kleinwüchsigen Fritz Kiesewetter (beide sind nicht größer als der sechzehnjährige Anton Engelhardt) als Diener und Begleiter für seine Reise, von deren Gefährlichkeit er keine Vorstellung hat.

Noch vor Beginn der Exkursion wird Morgenstern wegen seiner Ähnlichkeit mit Oberst Glotino das Ziel eines Anschlages politischer Verschwörer. Im Verlauf der Handlung wird er mehrmals mit Glotino verwechselt. Der Vater Jaguar, der ebenfalls eine Reise durch den Gran Chaco unternehmen will, rät dem unvorsichtigen Gelehrten dringend von seinem Vorhaben ab und lehnt es strikt ab, ihn in seiner Gesellschaft mitzunehmen. Morgenstern und Fritz heften sich jedoch heimlich an seine Fersen.

Unterwegs machen sich die beiden Deutschen auf einer Hazienda, auf der sie Pferde kaufen wollen, unbeliebt, als Morgenstern – um die Wirkung der roten Farbe auf Stiere auszuprobieren – eine Rinderherde in Aufruhr versetzt und einen wildgewordenen, angreifenden Stier dadurch in die Flucht schlägt, dass er sich an dessen Schwanz hängt.

Den beiden schließt sich der verrückte "Chirurg" Don Parmesan an. Als die Gruppe am Rande des Gran Chaco ein vermeintliches Fossil (man meint, den Rückenschild einer Riesenschildkröte gefunden zu haben, ist aber an ein heimliches Waffenlager der Verschwörer geraten) ausgraben will, wird sie von den Verschwörern Gambusino und Antonio Perillo gefangengenommen. Don Parmesan gelingt es, Vater Jaguar zu Hilfe zu holen.

Notgedrungen lässt Vater Jaguar die drei nun in seiner Gesellschaft mitreisen. Wegen der Fossilien eines Knochensumpfes entfernen sich die beiden Deutschen jedoch aus der sicheren Obhut des Vater Jaguar und fallen wieder in die Hände der Verschwörer, die sie nun an einen Ast über einen Krokodilsumpf hängen. Vater Jaguar kann sie wieder retten.

Bei den mit Vater Jaguar befreundeten Cambas wird dem kleinen Gelehrten der Wunsch, ein Riesenfossil zu finden, erfüllt. An seinem Geburtstag schenken ihm die Indianer das vollständige Skelett eines Megatheriums (Riesenfaultier), das Vater Jaguar mit den Indianern sogar fachgerecht zusammen- und aufgebaut hat.

Durch das Ungeschick und den Eigenwillen der beiden Kleinen können die beiden Hauptschurken, der Gambusino und Antonio Perillo, einer Falle entkommen. Die beiden wollen ihren Fehler wiedergutmachen und reiten ihnen nach, fallen wieder in deren Hände und werden wieder durch Vater Jaguar gerettet.

Sie erleben die Suche nach dem sagenhaften Inkaschatz Haukaroporas mit und kehren dann nach Deutschland zurück, wo Morgenstern durch das Fossil berühmt wird.

im Film

In der Verfilmung Das Vermächtnis des Inka wird die Rolle von Heinz Erhardt gespielt.

Sonstiges

Erklärtes Vorbild für Dr. Morgensterns Expeditionsvorhaben ist der reale Hermann Burmeister, der zahlreiche Naturwissenschaftler nach Südamerika zog.

Anmerkungen

  1. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. In: Karl Mays Werke, S. 39004–39006 (vgl. KMW-III.5, S. 16 f.).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.