Eugène Sue

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Eugène Sue, eigentlich Joseph-Marie Sue (* 10. Dezember 1804 in Paris; † 3. August 1857 in Annecy), war ein französischer Schriftsteller.

Leben und Werk

Er war in den 1840er Jahren einer der meistgelesenen und einflussreichsten Romanciers Frankreichs. Er ist in die Literaturgeschichte eingegangen als einer der Begründer des Fortsetzungsromans in Tageszeitungen und als Verfasser des vielleicht erfolgreichsten Zeitungsromans überhaupt, Les mystères de Paris (1843; dt. Die Geheimnisse von Paris), der eine ganze europäische Generation von Trivialliteraturschreibern zutiefst beeinflusste, so auch Karl May. Eine zentrale Person und Identifikationsfigur des Autors in Les mystères de Paris ist der Comte (= Graf) de Gérolstein, der sich als "Rodolphe" inkognito unter das Volk begibt und rettend und rächend als "Superman" auftritt.

Paris ist die eigentliche Protagonistin in Eugène Sues Monsterroman Les mystères de Paris: Das Werk schildert alle Volksschichten der französischen Hauptstadt. Sues Roman wird eine wichtige Rolle im Vorfeld der Revolution von 1848 zugeschrieben, indem er das Klima für die Revolution vorbereitete.[1] Sue war seit 1841 engagierter Sozialist; sein Werk wurde deshalb zu seiner Zeit keineswegs der Trivialliteratur zugerechnet, sondern politisch verstanden.[2]

Eugène Sue und Karl May

Eugène Sues Die Geheimnisse von Paris ist in der noch heute vorhandenen Leihbibliotheksliste der von May genutzten Bücherei der Schankwirtschaft Engelhardt vermerkt.[3]

Sein Pseudonym Muhamêl Latréaumont, unter dem seine Erzählung Tui Fanua erschien, hat Karl May Sues Roman Die Verschwörung oder Ludwig XIV. und sein Hof (deutsch 1847) entnommen, in dem eine Figur Jules Duhamel von Latréaumont heißt.

Erwähnungen in Karl Mays Werk

"Aber, mein Herr, das klingt ja wirklich ganz so, als sei Ihre Erzählung aus der Feder von Alexander Dumas, oder Eugen Sue geflossen!" (Die Juweleninsel)[4]

Literatur

Anmerkungen

  1. Somit hat Sue auch indirekt Karl May mit einem beträchtlichen Teil seines Personals versehen, da viele in die Revolution von 1848 verwickelte Menschen, um der folgenden Repression auszuweichen, in die USA ausgewandert sind, was May in seinen Romanen wiederum aufgegriffen hat.
  2. Er beeinflusste damit auch Autoren des sog. "Jungen Deutschland", z. B. Karl Ferdinand Gutzkow.
  3. Christian Heermann: Winnetous Blutsbruder. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2002, S. 62. ISBN 3-7802-0161-5
  4. Karl May: Die Juweleninsel. In: Karl Mays Werke, S. 9468 (vgl. KMW-II.2, S. 628).

Weblinks

  • Der vollständige Eintrag in der Wikpedia.
  • Onlinefassung von Die Geheimnisse von Paris bei Gutenberg.