Marie Thekla Vogel

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Geburtsurkunde für Helene Ottilie Vogel
Helene Vogel

Marie Thekla Vogel (* 1. März 1856 in Lichtenstein bei Chemnitz; † 28. April 1929 in Hohenstein-Ernstthal) war die älteste von vier Töchtern eines Hohensteiner Strumpfwirkers.

Sie verdiente ihren Lebensunterhalt wenigstens zeitweilig als Cartonagenarbeiterin.[1]

Am 26. März 1876 bekam sie in ihrem Heimatort Hohenstein eine uneheliche Tochter, deren Vater auf der Geburtsurkunde nicht angegeben wurde, und die den Namen Helene Ottilie Vogel erhielt.

Erst ein halbes Jahr nach der Geburt des Mädchens heiratete sie am 22. Oktober 1876 den ansässigen Strumpfwirker und Bleicher Friedrich Hermann Albani, der dem Kind seinen Namen gab - allerdings erst fünf Jahre nach der Eheschließung, was de facto als Nicht-Anerkennung der Vaterschaft gilt. Von den folgenden dreizehn ehelichen Kindern überlebten nur zwei die Kindheit[2]

Die älteste Tochter aber, Helene Ottilie Vogel, später Albani, verh. Voigt, schrieb 1932 einen seltsamen Brief an Klara May, in dem sie eine "weitläufige Verwandtschaft" erwähnte, um finanzielle Unterstützung bat und bei der Gelegenheit nachfragte, ob Klara im Nachlass Karl Mays irgendwelche "Akten" gefunden hätte.

Hans-Dieter Steinmetz vermutet, dass der Vater des Kindes nicht Friedrich Hermann Albani, sondern Karl May gewesen sein könnte. Indizien dafür findet er bei May.

In meinem vorigen Logis war ich von meiner Wirtin, einer Witwe, bedient worden. Hier brauchte ich eine Aufwartung. Ich engagierte eine unserer Punktiererinnen, die sehr arme Eltern hatte und darum gerne noch einige Mark pro Woche verdiente.[3]

Eben diese Aufwartung wird auch in der Episode "In der Heimath" erwähnt und heißt dort Martha Vogel. Da sich in dem gestrichenen Teil des Romans "Satan und Ischariot II" eine Liebesgeschichte zwischen Karl May (dort wird der Ich-Erzähler ja eindeutig als er selbst identifiziert) und Martha entwickelt, hält Steinmetz die Namensähnlichkeit keineswegs für Zufall.

Die Häufigkeit des Namens "Ellen" (= Helene) im Werke Mays wird ebenfalls als Indiz gewertet.

Sonstiges

Die Anfang 2013 auf einer Internet-Auktionsplattform angebotenen Briefe aus einem Briefwechsel zwischen einem Carl May und einer Marie Vogel stammen nach den enthaltenen Hinweisen offenkundig von Namensvettern. Weder stimmt der mehrfach erwähnte Geburtstag der Empfängerin mit den Lebensdaten von Marie Thekla Vogel überein, noch hielt sich Karl May während dieser Zeit in Chemnitz auf.[4]

Anmerkungen

  1. Laut Geburtsurkunde ihres Kindes.
  2. Hermann Max Albani (* 19. Mai 1879; † 16. November 1941) und Anna Margarethe Albani (* 6. April 1891; † vor 1980).
  3. Karl May in "Ein Schundverlag".
  4. Jenny Florstedt / Martin Schulz: Der falsche May: Nummer 3 – Theaterleben in Chemnitz. In: Karl May in Leipzig Nr. 104, 2016.

Literatur