Oase im Llano estakado

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Oase im Llano estakado
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Der Geist des Llano estakado
Old Surehand I

Die Oase im Llano estakado wurde von Bloody-Fox entdeckt und zu seinem geheimen Wohnsitz ausgebaut. Er lebt dort mit einer Negerin namens Sanna; später bleibt auch Sannas Sohn Bob bei ihnen.

In Old Surehand I nennt der Apatsche Pesch endatseh die Oase Klaparya-Siyardestar (Grüne Insel).

Lage und Ausstattung[Bearbeiten]

Ganz besonders interessierte es ihn, zu hören, daß neben der großen südlichen Kaktusstrecke ostwärts noch eine zweite liege, welche zwar weit schmäler aber noch viel länger als die erstere sei. Fox sagte, daß sich zwischen beiden ein ziemlich schmaler Sandstreifen südwärts ziehe, auf welchem man nach seinem "Geisterneste" gelangen könne.[1]
Die Cypressen, Cedern und Sykomoren am Wasser waren alte Bäume; die Mandel- und Lorbeerbäume aber hatte Bloody-Fox gepflanzt, ebenso das Wäldchen von Kastanien, Mandeln und Orangen, durch welches er jetzt ritt. Dann folgte ein Streifen dichter, schnell wachsender Sträucher, welche bestimmt waren, Wind und Sand von der kleinen Oase abzuhalten. Der junge Mann hatte vom See her schmale Gräben gezogen, um dieses Buschwerk zu bewässern, welches, wo die Feuchtigkeit des Bodens aufhörte, schnell in an der Erde hinkriechende Kaktusarten überging, bis dann die kahle, vegetationslose Sandfläche der Llano folgte.[2]
Fox ging nach dem Häuschen und trat durch die von den Passifloren eng umrahmte Thür. Das Innere bestand aus einem einzigen Raume. Die vier Wände waren aus Schilf und aus dem feinem Schlamm des kleinen Sees errichtet und mit langem, trockenem Rohr gedeckt. Ueber einem aus Erde gebauten Herde öffnete sich der ebenso aus Schilf und Schlamm bestehende Rauchfang, unter welchem ein eiserner Kessel hing. In jeder der drei anderen Wände gab es ein kleines Fenster, welches von dem Blumengerank frei gehalten wurde.
Unter dem Dache hingen Stücke geräucherten Fleisches und an den Wänden alle Arten von Waffen, welche in dem Westen zu sehen und zu haben sind. Der Fußboden war mit Fellen belegt. Die zwei Bettstellen bestanden aus an Pfählen befestigten Riemen, über welche Bärenfelle gebreitet waren. Den größten Schmuck der Stube bildete die dickzottige Haut eines weißen Büffels, an welcher der Schädel gelassen worden war. Sie hing der Thür gegenüber, und zu beiden Seiten von ihr steckten wohl über zwanzig Messer in der Wand, in deren Horn- oder Holzgriffen verschiedene Zeichen eingeschnitten waren.
Ein Tisch, zwei Stühle und eine Leiter, welche bis zur Decke reichte, bildete das ganze Ameublement des Passiflorenhäuschens.[3]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36234 (vgl. KMW-III.1-191:52, S. 818).
  2. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36204 f. (vgl. KMW-III.1-191:50, S. 793).
  3. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36201 f. (vgl. KMW-III.1-191:49, S. 779).