Aphorismen über Karl May

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Die Aphorismen über Karl May wurden vermutlich 1909[1] von Karl May geschrieben. Gedacht waren sie als Leitfaden für Rezensenten. Es ist bisher nicht bekannt, ob sie tatsächlich – als Abschriften Klara Mays? – verteilt und in Redaktionen genutzt wurden.

Das Textkonvolut besteht aus zwanzig einzelnen Blättern, von denen das Titelblatt sowie die Blätter 1, 2, 6 und 7 nur in Abschriften von Klara May bekannt sind.

Inhalt

Karl May versucht in den Aphorismen sein eigenes Werk (rückwirkend) zu interpretieren, wobei er sich selbst – in der dritten Person (!) – u. a. Völker- und Menschheitspsycholog nennt[2], außerdem nennt er sein Ich die Menschheitsfrage.[3]

Hans Wollschläger meinte, dass der Ton dieser Selbstbeschreibung die Grenze zur Peinlichkeit immer wieder rüstig und ohne Mühe überschreite.[4]

Buchausgaben

Erstmals wurden die Aphorismen im Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1983 veröffentlicht.

In den Gesammelten Werken findet sich der Text seit 2004 in Band 85 Von Ehefrauen und Ehrenmännern.

Aktuelle Ausgaben => siehe Bücherdatenbank.

Sonstiges

Ein Aphorismus ist ein philosophischer Gedankensplitter, der üblicherweise als kurzer, rhetorisch reizvoller Sinnspruch formuliert und als Einzeltext konzipiert wurde. Typischerweise formulieren Aphorismen einen geistreichen, betont subjektiven Gedanken. Beispielsweise enthalten sie ein originelles Werturteil, eine persönliche Erkenntnis oder Lebensweisheit, erheben aber schon durch ihre bevorzugten Sujets (Moral, Philosophie, Psychologie, Ästhetik, Politik, Sprache u. a.) den Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Teile der Aphorismen wurden im Text Ein Schundverlag und seine Helfershelfer (als angebliche Zitate) verarbeitet.

Dem Manuskript hat auch Euchar Albrecht Schmid Teile seines Kapitels Das "Ich" (im Anhang von Band 34 der Gesammelten Werke, Ich, Radebeul 1916 ff.) entnommen.

Anmerkungen

  1. Altersangabe auf Blatt 6.
  2. Blatt 3.
  3. Blatt 7.
  4. Hans Wollschläger: Das 13. Jahrbuch. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1983.

Literatur