Deutsche Herzen - Deutsche Helden/Im Orient

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Deutsche Herzen - Deutsche Helden ist in drei Hauptteile gegliedert. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Inhalt des ersten Teils, der im Orient spielt.

In Istanbul

spielen die ersten zehn Lieferungen.

Am Anfang steht der Schwur Ibrahim Paschas, damals noch Ibrahim Effendi, Rache an dem – angeblichen – Mörder seines Vaters, Alban Adlerhorst, und dessen Angehörigen zu nehmen. Nach zwei Jahren berichtet Ibrahim dem Derwisch den Erfolg:

"Sie ist gelungen," stimmte Ibrahim Effendi bei, indem seine Augen unheimlich leuchteten. "Der Mörder ist eines unbeschreiblich qualvollen Todes gestorben; sein Weib hat die Zunge und die Hände verloren, und seine Söhne und Töchter, alle seine Verwandten sind verachtet, verfolgt, in alle Welt zerstreut, ohne Heimath, ohne Ruhe, hungernd und durstend, seufzend und schmachtend in fluchbeladener Armseligkeit."[1]

Über zweieinhalb Jahrzehnte später setzt die Handlung wieder ein, als der grausame und noch immer vor Rachedurst brennende Derwisch sieht, wie Lord Eagle-nest mit seiner Dampfjacht in Istanbul anlegt. Er lässt sich die Übersetzung nochmals als "Adlerhorst" bestätigen und der Leser erfährt, dass er es war, der hinter den Verbrechen steckte:

"Das Weib jenes Deutschen beschimpfte mich. Mein war die Rache, und Ibrahim Effendi war nur mein Werkzeug."[2]

Er beobachtet den Engländer, der auf Paul Normann trifft. Dieser porträtiert die Sklavin Tschita, in die er verliebt ist und die er befreien möchte.

Unterdessen hat Hermann von Adlerhorst, der sich Wallert nennt, Ibrahims Lieblingssklavin gerettet, als deren Gespann durchging, und sich in sie verliebt.

Einer Falle Ibrahims kann er glücklich entkommen, wobei er nicht nur Oskar Steinbach kennenlernt, sondern auch seinen englischen Vetter, der prompt mit Hermann und Paul Ibrahim überfällt und ihm dabei nicht nur den Schlüssel zum Haremstor abnimmt, sondern auch die Uhr von Hermanns Vaters Alban von Adlerhorst, kenntlich an Name und Wappen im Deckel.

Als er Ibrahim mit dieser angeblich gekauften Uhr konfrontiert und nicht nur die Rechtmäßigkeit des Besitzes, sondern auch die türkische Abstammung Ibrahims bezweifelt, erfährt der Leser – und nur dieser – dass die Zweifel nur allzu begründet sind:

"[...] ich aber möchte doch nicht darauf schwören, daß Sie ein geborener Türke sind. Sie haben eine ausgesprochen französische Physiognomie; Sie sprechen ausgezeichnet Französisch und Deutsch; Sie befinden sich im Besitze deutscher Uhren - - verteufelt, verteufelt!«
[...]
"Verfluchter Kerl!" brummte der Pascha grimmig in den Bart. "Ob er wohl von meiner Geburt und von meinen Verhältnissen etwas ahnt! Daß mir auch grad diese Uhr abgenommen und von ihm gekauft werden mußte! Der hiesige Boden beginnt, mir unter den Füßen warm zu werden!"[3]

Oskar Steinbach war inzwischen im Harem des Großherrn, um als Freier des designierten Vizekönigs von Ägypten um Prinzessin Emineh zu werben, wobei er Gökala kennen lernte, sich in sie verliebte und sich mit ihr verabredete. Nach dem Rendezvous wird er nicht, wie von Gökalas kriminellem "Herrn" gewünscht, ermordet, sondern nur betäubt und durch den Lord mit seiner Jacht gerettet.

Als Paul nach Tschita schauen will, ist diese schon an Ibrahim Pascha verkauft und Paul kann den Käufer nicht erfahren.

Zur Befreiung Zykymas dringen Hermann, Paul und Eagle-nest in den Harem Ibrahim Paschas ein, wo sie nicht nur erfahren, dass Zykyma Hermanns Bruder Georg liebt, den es nach Sibirien verschlagen hat, sondern auch, dass Tschita bei Zykyma und ihre Freundin geworden ist, und dass auch noch Tschitas "Mutter" mitkommt und der Diener Arabadschi.

Zykyma geht, die Genannten zu holen – und kehrt nicht wieder: Ibrahim kommt, betäubt sie und die beiden anderen Frauen und reist mit ihnen nach Tunis. Dank einer Nachricht Oskars erfahren die Entführer das Ziel der Reise und fahren auf der Jacht hinterher.

Unterdessen hatte Oskar bereits einen Kurier nach Ägypten gesandt, um über den Erfolg seiner Mission berichten zu lassen. Dieser, sein Sekretär, trifft unterwegs Gökala, die ihren Herrn begleiten muss, der ebenfalls nach Ägypten will.

In Tunesien

spielen sieben Lieferungen.

Endet das erste Kapitel mit der Abreise der drei Helden aus Istanbul, so beginnt das zweite Kapitel in der tunesischen Wüste, wohin Oskar dem Krüger-Bei nachgeritten ist, um seiner diplomatischen Aufträge halber mit ihm zu sprechen. Dort kann er bei den Medscherdah-Arabern das eigene, vom Bey von Tunis geliehene Ross und die Lieblingsstute des Scheiks zurückerobern und Hiluja aus der Gefangenschaft des Targi Ben Hamalek befreien, der sie in die Sklaverei verkaufen will und mit ihr und den geraubten Pferden das Lager verlassen hat, indem er die Gastfreundschaft so schnöde brach. Er hatte mit anderen Tuareg Hilujas Karawane auf dem Wege zu ihrer Schwester überfallen und alle bis auf sie und ihre Dienerin Haluja getötet.

Inzwischen kamen auch Lord Eagle-nest, Hermann und Paul an, die letzteren kümmern sich gleich um eine Bleibe und um eine Spur der Verschwundenen, während der Lord dem Spleen frönt, der ihn schon in Istanbul umgetrieben hatte, nämlich unbedingt eine "Entführung aus dem Serail" durchzuführen. Er geht zwei Prostituierten auf den Leim,[4] wird überfallen und soll zahlen. Vorher war ihm Zykymas Vertrauter Said begegnet, den er zu Wallert sendet, wo seine Nachrichten große Freude auslösen: die beiden Mädchen sind wohlauf, man wohnt vor der Stadt nahe dem Palast und Steinbach ist gerade zurückgekehrt.

Auf dem Heimweg kommt er gerade passend zum Überfall auf den Lord und ruft sofort Polizei zu Hilfe, da er alleine gegen die fünf Schurken nichts ausrichten kann.

Der Lord wird befreit, läuft noch in stockdunkler Nacht durch die Stadt und trifft dabei auf den Derwisch, der ihn in seinem türkischen Habit nicht erkennt und ihn engagiert, bei einem Stelldichein zu helfen. Das jedoch stellt sich als Vorbereitung für ein Attentat heraus. Der Lord, Paul Normann und Hermann Wallert zeigen es Oskar Steinbach an, dessen Fenster im Palast alleine noch Licht hat. Der Derwisch wird überführt und verhaftet und gesteht, Ibrahim Pascha kann entkommen und in seinem Haus ist nur Tschitas Mutter. Diese erkennt in Wallert den seinem Vater ähnlichen jungen Adlerhorst und kann auch begreiflich machen, dass Tschita seine Schwester und sie selbst nicht ihre Mutter, sondern ihre Amme ist. Die Flüchtigen werden sofort verfolgt. Dank Saids Hilfe erreicht man sie noch, sie sind jedoch schon im Boot. Oskar und Paul springen, um wenigstens die Mädchen zu retten. Doch nur Oskar kann Tschita packen, Paul wird abgewehrt. Ibrahim entkommt mit Zykyma nach Ägypten.

In Ägypten

spielen siebzehn Lieferungen.

Kairo: Die ägyptischen Abenteuer beginnen – wie könnte es anders sein – in el Kahira, der Siegreichen, woraus in europäischen Sprachen Kairo wurde: Der Lord hat sich in der Altstadt einquartiert, um von und mit seinem Steuermann Arabisch zu lernen, während Wallert zum Schutz Tschitas zurückblieb und Steinbach mit Normann in die Wüste ritt, um Hiluja sicher zu ihrer Schwester, der Königin der Wüste, zu begleiten.

Im Nachbarhaus ist Gökala untergebracht und der Lord erhält von ihr einen Brief für Steinbach.

Dieser war, wie im Rückblick erzählt wird, vorher beim Vizekönig gewesen, wo er gerne einen Auftrag zu den Beni Sallah übernommen hatte, zu deren Königin der Wüste er ohnedies musste. Zeitgleich war Hiluja von dem Sallah Hilal aus den Händen einer wüsten Horde von Arnauten gerettet worden und der Lord hatte als vermeintlicher Geist ein Massenduell gegen Hilal samt Meuchelmord an diesem verhindert.

Beni Sallah: Die Handlung wird damit fortgeführt, dass Ibrahim Pascha, der sich mit Zykyma und Said in der Wüste verirrt hat, kurz vor dem Verschmachten auf Falehd trifft, den Bruder des verstorbenen Scheiks der Beni Sallah, die seitdem vom Hilujas Schwester Badija, die nun nach einem Jahr als Königin der Wüste den verhassten Schwager heiraten soll, falls nicht noch binnen drei Tagen jemand diesen im Kampfe besiegt. Bei Falehd befindet sich Graf Polikeff, mit welchem Ibrahim offenbar gut bekannt, wenn nicht befreundet ist.

Die Fronten sind klar gesteckt: Falehd ist der Stärkste des Stammes, zugleich wohl auch der grausamste und selbstsüchtigste, Badija hingegen ähnelt stark ihrer Schwester und liebt den Bruder Hilals. Sie will zum Khedive stehen, Falehd will Krieg mit ihm auf Wunsch des Großwesirs und Russlands.

Hilal und Oskar treffen gerade rechtzeitig im Lager ein, um sich zum Kampf um Badija melden zu können und es gibt auch gleich eine Szene mit Polikeff, dem "Herrn" Gökalas, der Oskar im Goldnen Horn ermorden wollte. Am nächsten Morgen kommt unerwarteter Besuch, der Scheik der Beni Abbas, Vater Hilujas und Badijas und mittags verliert Falehd im Kampf um Badija Auge, Zähne, Bewusstsein und Sieg und in einem Scheinkampf tritt Oskar Scheichwürde und Badija an Tarik ab.

Schlacht Beni Suef: Der verstoßene Falehd schließt sich den Beni Suef unter der Führung des Scheiks der Beni Suef und dessen Eidam Omram el Suefi an, die schon unterwegs sich, um die Beni Sallah zu überfallen. Diese drehen den Spieß jedoch um und gehen unter Steinbachs Führung dem Feind entgegen, um ihn in "europäischer Schlachtordnung" zu schlagen.[5] Dabei erfährt Falehd, dass er auch bei den Beni Suef verjagt werden soll, Ibrahim und Polikeff lassen ihn ebenfalls im Stich und so stiehlt er das Pferd Sselßele des Scheiks und reitet in das verlassene Lager seines ehemaligen Stammes, um die Frauen zu entführen oder wenigstens zu töten. Hilal hört die Hilferufe und kommt gerade noch rechtzeitig, um den Riesen zu töten und die Frauen so zu retten.

Die geschlagenen Beni Suef werden von wenigen verfolgt und von vielen überholt, vor dem eigenen Lager eingekesselt und gefangengenommen, der heillos dezimierte Stamm wird Vasall der Beni Suef, Hilal sein neuer Scheich. Doch diese Abwesenheit der Krieger nutzen nun Ibrahim und Polikeff, um zu tun, was Falehd mit dem Leben bezahlte: sie rauben Badija, Hiluja und Zykyma und brechen auf zu den Beni Halaf.

Verfolgung: Ein Eilbote bringt die Nachricht vom Königinnenraub ins Duar der Beni Suef und Oskar Steinbach, Paul Normann, Tarif, Hilal und zehn Krieger brechen auf Eilkamelen auf – mit dabei ist Nena, ein indischer Moslem, der von Alexei Polikeff in die Sklaverei verkauft worden war. Er erzählt Oskar die Geschichte und Abstammung Semawas, wie Gökala eigentlich heißt – beides bedeutet "Himmelblau" (arab./türk.). Sei ist die Tochter eines indischen Maharadschas und einer deutschen Mutter und ihr Vater wurde durch eine Intrige Polikeffs nach Sibirien verbannt.

Die Räuber werden zu den Beni Halaf verfolgt, wo die Befreiung der Frauen zwar leicht gelingt, Polikeff, Ibrahim und Ben Suef aber wieder entkommen können. Die Verfolgung geht weiter nach Kairo, wo der Graf Semawa abholt und Oskar nur um drei Stunden voraus ist, und über Rosette, wo sich die Flüchtlinge auf dem Dampfer La bouteuse von Capitain Leblanc eingeschifft haben, auf das Mittelmeer.

Sie holen das Schiff mit den Flüchtlingen schnell ein, doch will der chauvinistische Kapitän Leblanc sie dem Deutschen nicht ausliefern und bringt sie nach Rhodos, wo er erfährt, dass ihn Eagle-nest schon erwartet. Unbeobachtet kann er sie anderswo absetzen, ehe er wieder Rhodos anläuft, um die Verfolger auf die See zu locken. Dort lässt er nach langer Fahrt sein Schiff durchsuchen, wobei Steinbach von einem Maschinisten erfährt, dass die Gesuchten in Karpathos ausgestiegen und "in dem Dorfe Arkassa zu finden sind, welches am südlichen Theile der Westküste dieser Insel liegt."

Anmerkungen

  1. Karl May: Deutsche Herzen - Deutsche Helden. Erstausgabe, Münchmeyer, 16. Januar 1886, S. 3, hier online.
  2. May, Herzen – Helden, S. 5, hier online.
  3. May, Herzen – Helden, S. 102 f., hier online.
  4. Diese Episode ist so durchsichtig, dass man fast an der Autorenschaft Karl Mays zweifeln möchte.
  5. Quasi ein Probelauf für den Kampf der Haddedihn im Tal der Stufen.

siehe auch

Link-Liste aller Personen und Handlungsorte