Lopez Jordan

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Ricardo Ramón López Jordán

Ricardo Ramón López Jordán (* 1822 in Paysandú, Uruguay; † 22. Juni 1889 in Buenos Aires, Argentinien) war ein argentinischer Militär und Politiker in Uruguay.

Leben

Lopez Jordan war Sohn eines ehemaligen argentinischen Militärs, Ricardo López Jordan, der in Uruguay im Exil lebte. Auch andere Verwandte waren politisch aktiv. Sein Vater versuchte einige Male erfolglos nach Argentinien zurückzukehren. Ab 1830 besuchte Jordan eine Schule in Buenos Aires. 1841 schloss er sich im Bürgerkrieg der Armee von Justo José de Urquiza an und übernahm spätestens 1849 ein eigenes Kommando.

Aufgrund mehrerer Fehlentscheidungen Urquizas, der Gouverneur in Entre Rios wurde, löste sich Lopez Jordan immer mehr von diesem. Die nächsten Jahre beschränkte er sich zunehmend auf eine Beobachterrolle. Ende 1868 traf sich Urquiza zu Gesprächen mit dem argentinischen Präsidenten Domingo Faustino Sarmiento, den die Föderalisten für den Feind schlechthin hielten. Nun bereitete Lopez Jordan den Umsturz vor. Beim Ausbruch des Aufruhrs im April 1870 starben Urquiza und auch dessen Söhne. Lopez Jordan wurde gewählter (Interims-)Gouverneur von Entre Rios.

Präsident Sarmiento entsandte jedoch umgehend eine Armee nach Entre Rios. Lopez Jordan unterlag und floh mit über tausend Anhängern nach Brasilien. Der neueingesetzte Gouverneur in Entre Rios ließ Ländereien beschlagnahmen und an seine Anhänger verteilen. 1873 kehrte Lopez Jordan nach Entre Rios zurück, obwohl auf ihn ein hohes Kopfgeld ausgesetzt war. Auch dieser Aufstand wurde von den Regierungstruppen niedergeschlagen und Lopez Jordan zog sich zurück. 1876 unternahm er einen erneuten, erfolglosen Vorstoß. Im Dezember 1876 wurde er duch Verrat gefangen genommen. Erst 1879 gelang ihm die Flucht und er suchte und bekam Asyl in Uruguay.

1888 erließ der argentinische Präsident Miguel Juárez Celman eine Amnestie und Lopez Jordan kehrte zurück, um sich in Buenos Aires niederzulassen. Am 22. Juni 1889 wurde er dort ermordet.

bei Karl May

Werke mit
Lopez Jordan
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El Sendador

Karl Mays Erzählung spielt vermutlich vor dem Hintergrund der zweiten Erhebung des historischen Ricardo Lopez Jordan im Jahre 1873. Er ist Titelfigur in der Reiseerzählung Lopez Jordan/Der Schatz der Inkas, der unter dem Obertitel El Sendador erschien.

Bei Karl May ist Lopez Jordan ein argentinischer General. Er versammelt eine Truppe von Aufständischen für eine Erhebung gegen den amtierenden Präsidenten Sarmiento um sich. Lopez Jordan ist berüchtigt wegen seiner Gewissenlosigkeit, die auch vor Mord nicht zurückschreckt – er soll seinen Schwiegervater Urquiza umgebracht haben.

Der Ich-Erzähler und seine Gefährten, die unfreiwillig in die Angelegenheiten Lopez Jordans hineingeraten, können nur mit List einem Todesurteil entgehen. Später gelingt es ihnen, mit Hilfe des regierungstreuen Obersten Rudolfo Alsina eine größere Truppe Lopez Jordans gefangen zu nehmen.

im Hörspiel

In der Kurt-Vethake-Produktion "Am Rio de la Plata" wurde die Rolle von Klaus Jepsen gesprochen.

Sonstiges

Anton Haider verfasste mit In der Höhle des Löwen einen "Versuch [..] die Lüge im Band 'Am Rio de la Plata' zu umgehen"[1]. Die Alternativfassung der Begegnung zwischen Ich-Erzähler Charley und Lopez wurde erst nach Haiders Tod veröffentlicht.

Anmerkungen

  1. Brauneder: Haider als Schriftsteller, S. 9.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks