Der blaurote Methusalem

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Jugenderzählungen

Ceritaremaja.jpg


Handelnde Personen in
Der blaurote Methusalem

Willem van Aardappelenbosch
Van Aardappelenboschs Großvater (nur erwähnt)
Van Aardappelenboschs Schwester (nur erwähnt)
Beadle
van Berken (Bruder) (nur erwähnt)
van Berken (Ingenieur)
Gottfried von Bouillon
Fritz Degenfeld
Hao-keu
Ho-po-so
Hu-tsin
Jin-tsian
Liang-ssi
Méi-pao
Sim-ming
Daniel Stein
Frau Stein
Joseph Ferdinand Stein (nur erwähnt)
Richard Stein
Tochter Stein
Walther Stein
T'eu
Tong-tschi
Heimdall Turnerstick
Wing-kan
Ye-Kin-Li


Handlungsorte

eine deutsche Universitätsstadt
Geldbriefträger von Ninive (Bierlokal)
in China:
Hongkong
Kuang-tschéu-fu (Kanton)
Schü-juan
Schao-tscheu
Kue-jang
Ho-tsing-ting
Shin-hoa

Reiseweg von Hongkong nach Ho-tsing-ting

Die dritte Jugenderzählung Karl Mays wurde erstmals Oktober 1888 bis September 1889 unter dem Titel "Kong-Kheou, das Ehrenwort" in der Zeitschrift "Der Gute Kamerad" veröffentlicht. 1892 wurde der Text dann - bearbeitet - unter dem Titel "Der blaurote Methusalem" als Buchausgabe der "Union Deutsche Verlagsgesellschaft" veröffentlicht.

Beide Fassungen (Zeitschriften- und Buchausgabe) sind im Buchhandel erhältlich.

Inhalt

Der "ewige Verbindungsstudent" Fritz Degenfeld ("Methusalem" ist sein Rufname, das 'blaurot' bezieht sich auf die Farbe seiner Nase) unternimmt mit dem jungen Richard Stein eine abenteuerliche Reise nach und durch China, um dessen kranken Onkel und die verschollene Familie des nach Deutschland emigrierten chinesischen Teehändlers Ye-Kin-Li samt Familienschatz zu suchen. Begleitet werden sie von Degenfelds Faktotum Gottfried von Bouillon und einem riesigen Neufundländer, der immer Degenfelds Bierglas in der Schnauze trägt. Auf der Reise schließen sich ihnen in Hongkong auch der dicke Holländer Mijnheer Willem van Aardappelenbosch und der Kapitän Heimdall Turnerstick an, der behauptet, er könne perfekt chinesisch sprechen, indem er an alle Worte einfach die Endungen -eng, -ing, -ong, -ung anhängt und sich wundert, dass er nicht verstanden wird. Nach vielerlei Abenteuern (Piratenüberfall, Aufdeckung eines Tempelraubes und mehr) wendet sich alles zum Guten und der Blaurote Methusalem hält zusammen mit seinen Freunden, dem inzwischen gesundeten Onkel, der verschollenen Familie des Teehändlers und deren Schatz triumphalen Einzug in die Heimatstadt.


Fassungen

  • Manuskript
  • Kong-kheou, das Ehrenwort (Zeitschriftenfassung)
  • Der blau-rote Methusalem (Buchausgabe)

Besonderes zur Textgeschichte

Die Erzählung "Kong-Kheou, das Ehrenwort" wurde September 1887 direkt nach "Der Sohn des Bärenjägers" begonnen (und angekündigt), aber von May nach 100 Seiten zugunsten von "Der Geist des Llano estakado" unterbrochen.

Die jeder Folge vorangesetzten Zeichen sind die Klassenhäupter (Radikale) 55 (rechts) und 30 (links), die es als selbständige Zeichen in der chinesischen Schrift nicht gibt, denn sie können nur einen Teil von Schriftzeichen bilden. Die Übersetzung "Kong-Kheou" (Zeichen von rechts nach links) mit "das Ehrenwort" ist eine Erfindung Karl Mays.


Am 27. Februar 1898 berichtete Karl May interessierten Lesern in Wien folgendes über das Werk:

Weshalb Karl May in seinem Werke „Der blaurothe Methusalem“ persönlich nicht figuriert, darüber wusste er seinem nimmermüden Interviewer Folgendes zu sagen: Sein Verleger hatte ihn gebeten, für einen jugendlichen Leserkreis etwas zu schaffen. So war das vorerwähnte Werk entstanden, das aus seinen verschiedensten Erlebnissen zusammengetragen ist. Dessen unbeschadet sind einzelne Gestalten vollständig nach der Natur gezeichnet.[1]

Verfilmungen

Der Roman sollte bereits zweimal verfilmt werden, beide Versuche scheiterten jedoch.

Den ersten Verfilmungsversuch unternahm 1939 die Bavaria Filmkunst GmbH, nach einem ebenfalls gescheiterten Versuch, den Roman Winnetou 1. Teil von Luis Trenker verfilmen zu lassen.

1964, in der Hochzeit der Karl-May-Filme, wurde dann für die CCC-Filmproduktion des Produzenten Artur Brauner ein Drehbuch fertiggestellt. Gedreht werden sollte in den übriggebliebenen Kulissen der Großproduktion "Im Reich des Kublai Khan". Für die Titelrolle waren u.a. O. W. Fischer, Fernandel, Joachim Fuchsberger, Heinz Rühmann und viele andere im Gespräch. Die Kalkulation für den Film belief sich auf über 1,7 Millionen DM. Nach verschiedenen Überarbeitungen des enttäuschenden Drehbuches warf CCC-Chef Brauner Ende 1964 frustriert das Handtuch, obwohl der Nora-Filmverleih den Film in seinem Verleihprogramm sogar schon angekündigt hatte. Kein anderes Karl-May-Filmprojekt ist so kurz vor der Durchführung abgebrochen worden.

Siehe auch:

Vertonungen

Sonstiges

In der Bearbeitung des KMV wurde aus "Heimdall Turnerstick" der sehr verwandte Kapitän "Frick Turnerstick".

Anmerkungen

  1. Jenny Florstedt: Ein Tag in Wien. 27. Februar 1898. In: Karl-May-Haus Information Nummer 32, S. 68

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks