Anciano

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Anciano
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Das Vermächtnis des Inka

Anciano (l.) – Titelbild des KMV

Anciano ist ein 101 Jahre alter Inka. Trotz seines Alters ist er noch so rüstig und gewandt wie ein Vierzigjähriger.

im Roman

[Sein Gesicht hatte] so viele Falten und Fältchen [...], daß man sie nicht zu zählen vermochte. Er schien nur aus Haut und Knochen zu bestehen, doch waren seine Bewegungen so kräftig und sicher, daß man ihn für viel jünger hätte halten mögen, als er wirklich war. Seine Kleidung bestand aus einer langen Hose von weichgegerbtem Leder und einem kurzen Hemde aus demselben Stoffe. Das letztere wurde über den Hüften von einem schmalen Gürtel zusammengehalten, in welchem ein Messer steckte. Die Füße staken in niedrigen, sandalenartigen Schuhen, denen man es ansah, daß er sie wohl selbst gefertigt hatte. Ein über der Schulter hängender Riemen trug ein großes Pulverhorn, einen ledernen Bleibeutel und eine eiserne Kugelform. Den Kopf trug der Alte unbedeckt oder vielmehr nur bedeckt von dem dichten, langen, wie Silber glänzenden Haare, welches wie eine Mähne hinten bis zum Gürtel herniederhing. Von einem Barte aber war keine Spur zu sehen. Auf dem Rücken trug er eine Art Jagdtasche, welche aus dem Felle eines Silberlöwen gefertigt war, und in der Hand ein starkes, einläufiges Gewehr.[1]

Seit sein Ururgroßvater einst den Sohn des letzten Inka-Herrschers Atahualpa vor den Nachstellungen der spanischen Eroberer verbarg, widmete sich Ancianos Familie, die zu denjenigen gehörte, deren Aufgabe es war, Kippus zu verwalten und zu lesen, dem Auftrag, die Bestrafung der Spanier und die Wiederherstellung der Inkaherrschaft vorzubereiten.

Auch Anciano betont mehrfach diese Lebensaufgabe gegenüber seinem Schützling, dem letzten Inka-Nachfahren Haukaropora, der auch den goldenen Humantschuay (Streitkolben) der Inkaherrscher besitzt. Mit ihm ist er unterwegs zu dem in den Anden liegenden Versteck eines sagenhaften Inka-Schatzes. Beide treffen auf die Gesellschaft Vater Jaguars, dem sie sich bei seinen Kämpfen mit den Abipones und mit weißen Verbrechern anschließen. Vater Jaguar begleitet beide dann bis zum Schatzversteck.

Erst sehr spät gesteht Anciano Haukaropora, dass schon dessen Vater am Ende seines Lebens den Glauben an eine Wiederherstellung der alten Inka-Herrlichkeit verloren hatte. Als Haukaropora, der von sich aus schon zu gleichen Überlegungen gekommen war, auf die Schätze seiner Ahnen verzichtet und sich für ein einfaches Leben in der Gegenwart entscheidet, beglückwünscht ihn Anciano mit den Worten:

Sei gepriesen für diesen Entschluß [...] Du bedarfst keiner schillernden Schätze, denn der größte Schatz, den es gibt, ruht in deiner Brust.[2]

Gemeinsam mit der Familie Engelhardt übersiedeln Anciano und Haukaropora nach Deutschland, wo der immer noch rüstige Anciano Haukaropora in dessen Beruf als Jäger unterstützt.

im Hörspiel

Geprochen wurde die Rolle des Anciano von:

Anmerkungen

  1. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. In: Karl Mays Werke, S. 39251 f. (vgl. KMW-III.5, S. 177 f.).
  2. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. In: Karl Mays Werke, S. 39807 (vgl. KMW-III.5, S. 539).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.


Weblinks

  • Eintrag unter karl-may-hoerspiele.info