Der Perlenfischer auf der Insel Ceylon

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Der Perlenfischer auf der Insel Ceylon ist eine Erzählung von Robert Kraft, die zu dessen Lebzeiten unveröffentlicht blieb.

Inhalt[Bearbeiten]

Auf Ceylon arbeitet Sambo während der 20 Tage dauernden Saison als Perlenfischer. Er arbeitet dabei nicht gegen eine feste Bezahlung, sondern auf Anteilsbasis, d. h. er darf zehn Prozent der von ihm ertauchten Muscheln behalten und selbst auf Perlen untersuchen. Er will sich so das Kapital für ein Leben mit seiner Braut Artella erarbeiten. Auf diese hat auch Halem ein Auge geworfen, der nun Sambo zu schaden versucht. Als ein Hai einen der Perlentaucher frisst, reizt Halem Sambo in Anwesenheit Artellas so lange, bis dieser trotz der Gefahr in der Bucht nach Muscheln taucht. Da Sambo befürchtet, dass Artella ihn für tot halten könnte, weil er sich der Gefahr durch den menschenfressenden Hai aussetzt, durchschwimmt er in der folgenden Nacht die Bucht, um seine Braut zu besuchen, trifft sie aber nicht an. Auf dem Rückweg wird er von dem Hai attackiert, kann diesen aber abwehren, indem er ihm mit seinem Holzmesser die Kiefern durchsticht und damit das Maul verschließt. Der davonschwimmende Hai ist so zum Tod durch Verhungern verurteilt.

Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass in der Nacht in das Comptoir eingebrochen, die Wache getötet und alle Perlen gestohlen worden sind. Der Täter muss dabei schimmend von der Wasserseite zum Gebäude gekommen sein. Halem beschuldigt Sambo, da er diesen in der Nacht zum Meer hatte gehen sehen. Zudem wird in Sambos Hütte das Mordwerkzeug, ein Hammer, gefunden. Sambo wird festgenommen und zum Tode verurteilt. Dass er in jener Nacht zur Hütte seiner Braut geschwommen war und auf dem Rückweg einen Hai getötet habe, glaubt man ihm nicht. Als das Urteil, Tod durch den Strick, vollzogen werden soll, wird der tote Hai angetrieben, wodurch Sambos Alibi bestätigt wird. Halem, von Artella als Mörder bezeichnet, flieht und beweist damit seine Schuld. Sambo kann ihn aufhalten, bei dem Mörder werden dann auch die noch immer verschwundenen Perlen gefunden. Halem wird gehängt. Sambo und Artella beginnen ein neues Leben in Colombo, wo sie ein Kaffeegeschäft führen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Verbleib des Manuskripts ist unbekannt, es existiert aber eine von Hans Greschat angefertigte Schreibmaschinenabschrift. Die Erzählung greift Motive auf, die Kraft bereits in einer Episode von Die Vestalinnen verwendet hatte.

Editionsgeschichte[Bearbeiten]

Der Text wurde vermutlich um 1899 verfasst, blieb aber unveröffentlicht. 2016 wurde die Erzählung gemeinsam mit Aus allen Welttheilen, Der Medizinmann, Atalanta, die rothe Athletin, Der Sultan von Berlin, Der Weihnachtsmann, Die Katzenfarm und Das Brathuhn und die Zwiebeln in Band 12 Aus Allen Weltteilen der Edition Braatz & Mayrhofer aufgenommen.[1]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Thomas Braatz: Robert Kraft. Umfassende, reich illustrierte Bibliographie zum 100. Todestag, Leipzig & Wien, 2016, S. 823.