Quimbo

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Quimbo
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Der Boer van het Roer
An der Tigerbrücke

Quimbo ist ein Basuto-Kaffer.

Außer einem kattunenen Schurz, welchen er um seine Lenden geschlungen hatte, war er vollständig nackt und hatte seinen dunklen, mit starker, eckiger Muskulatur versehenen Körper mit Fett eingerieben, welches seine Haut zwar vor den lästigen Stichen der Insekten schützte, leider aber einen so penetranten Geruch oder vielmehr Gestank verbreitete, daß es mich eine wirkliche Ueberwindung kostete, mit ihm in größerer Nähe als fünfzig Schritte zu verkehren. Das Merkwürdigste an ihm war die Art und Weise, sein Haar zu tragen. Er hatte es nämlich durch tägliche Anwendung von Akaziengummi und jahrelange sorgsame Pflege in eine kompakte Form gekleistert, welche seiner Frisur das Aussehen von zwei mit den Sohlen gegeneinander geneigten Pantoffeln gab, deren Absätze die Spitze bildeten, während die Fußhöhlungen nach oben gerichtet waren und von ihm als Aufbewahrungsort von allerlei höchst wertlosen, für ihn aber außerordentlich wichtigen Kleinigkeiten dienten. Die Ohrläppchen waren in seiner Jugend durch angehängte Gewichte so ausgedehnt worden, daß sie an Größe so ziemlich den Ohrlappen eines Neufundländers gleichkamen; und um diese Schmuckstücke praktisch zu verwerten, pflegte er sie des Morgens aufzurollen und in die Höhlung jeder Rolle eine von seinen beiden Schnupfdosen zu stecken. Außerdem trug er an jedem Nasenflügel einen starken messingenen Ring und hatte, jedenfalls eine Erfindung seines eigenen ästhetischen Genies, um den Hals einen breiten Riemen von Sohlenleder geschnallt, an welchem zwei sehr umfangreiche Kuhglocken befestigt waren [...] Und dabei nahm er als Reiter ganz dieselbe unbeschreibliche Haltung ein, in welcher bei herumziehenden Gauklern und Bärenführern der Affe auf dem Kamele zu sitzen pflegt, und wenn er während der Unterhaltung mir ein aufmerksames Gesicht machen wollte, wobei er es allerdings zu einem fürchterlichen Zähnefletschen und einem geradezu sperrangelweiten Aufreißen des breiten Mundes brachte, so hatte er ganz das Aussehen einer zoologischen Species, von welcher es schwer zu bestimmen war, ob sie unter die Wiederkäuer, Bulldoggen oder Meerkatzen zu klassifizieren sei. Bewaffnet war dieses Unikum mit einer schweren, aus Schwarzholz gefertigten Keule, einem fürchterlichen krummen Messer und einem Wurfspeere.[1]

Er ist der Führer und Dolmetscher des Ich-Erzählers in Südafrika.

Quimbo ist unglücklich in Mietje verliebt. Er ist tapfer, erlegt einen Eber mit seinem Speer und befreit Mietje aus der Hand Sikukunis/Dingaans. Mit List gelingt es ihm, einen englischen Waffentransport in die Hände der Buren zu leiten.

Nach dem Südafrikaabenteuer ging er als Diener mit Bontwerker nach Java und wurde mit diesem zusammen von Piraten gefangen. Er wurde gezwungen, als Diener des Piratenkapitäns zu arbeiten. Nach der Kaperung von dessen Schiff Haiang-dze erscheint Quimbo den als Wachen aufgestellten Soldaten zunächst als Gespenst, ehe ihn der Ich-Erzähler entdeckt und mit sich nimmt, obwohl ihn der Mudellier ursprünglich als Piraten bestrafen will. Quimbo hilft bei der Gefangennahme Ta-kis auf Tillangdschong und erkennt die Tigerbrücke, das Piratennest, wieder.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Boer van het Roer. In: Auf fremden Pfaden. In: Karl Mays Werke, S. 61424–61426 (vgl. KMW-IV.26, S. 56 f.).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.