Mohammed Emin

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Werke mit
Mohammed Emin
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Durch die Wüste
Durchs wilde Kurdistan
Von Bagdad nach Stambul
Der Schut (nur erwähnt)

Hadschi Mohammed Emin Ben Abdul Mutaher es Seim Ibn Abu Merwem Baschar esch Schohanah ist der Vater von Amad el Ghandur und zu Beginn des Orientzyklus der ehrwürdige Scheik der Haddedihn vom Stamm der Schammar.

im Buch[Bearbeiten]

Mohammed Emin (r.) und Kara Ben Nemsi
Charles Fawcett im Film Durchs wilde Kurdistan

Er hat die Gestalt und das Aussehen eines echten Patriarchen, der schneeweiße Bart hängt ihm bis über die Brust hinab und er macht trotz seines Alters den Eindruck eines rüstigen Mannes. Von ihm erhält Kara Ben Nemsi seinen Rappen Rih, für einen Kundschafterritt und die Entwicklung der Taktik, mit deren Hilfe die Haddedihn ihre Feinde im "Tal der Stufen" besiegen können, geschenkt. Gemeinsam brechen sie dann auf, Amad el Ghandur aus der Gefangenschaft zu befreien, was ihnen in der Festung Amadijah auch gelingt.

Auf dem Weg zurück zu den Weidegründen der Haddedihn stirbt Mohammed Emin bei einem Überfall der Bebbeh-Kurden in den kurdischen Bergen. Dort wird er auch beigesetzt.

Für die Figur des Mohammed Emin, Scheik der Schammar, gibt es ein historisches Vorbild, einen Scheik der Dschebur-Araber desselben Namens[1]. Die Dschebour gehören zur selben Stammesgruppe wie die von May als Feinde der Schammar genannten Obeïde. Zu dieser Zeit hieß der Scheik der Schammar Sofuk.

May verwendet auch historisch belegte Äußerungen dieser beiden Scheiks. Bei ihm heißt es:

Eines war eine junge Schimmelstute, das schönste Geschöpf, welches ich jemals gesehen hatte. Seine Ohren waren lang, dünn und durchscheinend, die Nasenlöcher hoch, aufgeblasen und tief rot, Mähne und Schweif wie Seide.
„Herrlich!“ rief ich unwillkürlich.
„Sage: Masch Allah!“ bat mich der Scheik.
Der Araber ist nämlich in Beziehung auf das sogenannte „Beschreien“ sehr abergläubig. Wem irgend etwas sehr gefällt, der hat „Masch Allah“ zu sagen, wenn er nicht sehr anstoßen will.
„Masch Allah!“ antwortete ich.
„Glaubst du, daß ich auf dieser Stute den wilden Esel des Sindschar müde gejagt habe, bis er zusammenbrach?“
[2]

Layard berichtet über Sofuk, Scheik der Schammar:

Eine junge kastanienbraune Stute, welche dem Scheikh gehörte, war eins der schönsten Geschöpfe, die ich je gesehen hatte. Da sie sich anstrengte, sich von der Lanze, an die sie angebunden war, loszumachen, zeigte sie die Leichtigkeit und Anmuth der Gazelle. Ihre Gliedmaßen waren vollkommen symmetrisch; ihre Ohren lang, dünn und durchscheinend; ihre Nasenlöcher hoch, aufgeblasen und tiefroth; ihr Nacken anmuthig gewölbt; Mähne und Schweif wie Seidengewebe. Unwillkührlich hielten wir Alle an, sie zu betrachten.
„Sagt, Mascha Allah," rief der Eigenthümer aus, der nicht ohne Stolz mit ansah, wie ich sie bewunderte, und der ein neidisches Auge fürchtete.
„Das will ich," antwortete ich, „und mit Vergnügen; denn du, o Araber, besitzest den Juwel des Stammes."
[3]

Später sagt Layard:

Mohammed Emin, der Scheikh der Dschebur, versicherte mir, er habe den Sofuk auf ihrem Rücken den wilden Esel des Sindschar matt jagen sehen; und die wunderbarsten Geschichten sind über ihre Schnelligkeit und Ausdauer in der Wüste im Gange.[4]

im Film[Bearbeiten]

Im Film Durchs wilde Kurdistan wird Mohammed Emin von Charles Fawcett gespielt.

In der Fernsehserie Kara Ben Nemsi Effendi stellte Richard Lauffen den Scheik dar.

im Hörspiel[Bearbeiten]

auf der Bühne[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Layard, Henry Austen: Niniveh and Its Remains Vol. I, Seventh Thousand, John Murray, London 1849 S. 73
  2. Karl May: Durch Wüste und Harem. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 359.
  3. Layard, Henry Austen: Niniveh und seine Ueberreste, Neue wohlfeile Ausgabe, Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1854 S. 54
  4. Layard, Henry Austen: Niniveh und seine Ueberreste, Neue wohlfeile Ausgabe, Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1854 S. 61