Garran

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Garran
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Von Bagdad nach Stambul

Route vom Großen Zab über den Garan (Garran) zum Diyala (Djalah)

Der Garan oder Garran (persisch: گاران) ist ein Fluss in der Provinz Kurdestan im Iran.

Er entspringt etwas oberhalb des Dorfs Tut Sorkhan nahe der irakisch-iranischen Grenze und mündet nach 70 Kilometern beim Dorf Ahmadabad in den Fluss Sirwan, der weiter abwärts auf irakischem Gebiet den Namen Diyala trägt. Die Mündung liegt von der Quelle aus gesehen fast genau in südlicher Richtung.

In den Jahren 2002 bis 2013 wurde am Oberlauf des Garan der gleichnamige Staudamm errichtet und der Fluss zum Garan-Stausee aufgestaut. Neben den Hauptzweck der Trinkwasserversorgung soll der Stausee auch der Verhinderung zerstörerischer Hochwasser dienen, zu denen der Garan als Gebirgsfluss oft beigetragen hat. Bereits im Juli 2016 ist der Stausee nach besonders starken Regenfällen übergelaufen.

Der Lauf des Garan besteht aus folgenden Abschnitten:

  • Von der Quelle bis zum Garan-Stausee, Länge 12 Kilometer.
    Es werden die Dörfer Tut Sorkhan und Gavileh berührt.
  • Garan-Stausee, Länge 7 Kilometer bis zum Garan-Damm.
  • Vom Garan-Damm bis zur Vereinigung mit dem Zerivan,[1] Länge 43 Kilometer.
    Es werden die Dörfer Wêlle, Kani Kuzaleh, Dari, Sheykkeh Koveyreh, Nene, Mirrig, Biakara, Qaleh Ji, Qalaga und Qellacê berührt.
  • Von der Vereinigung mit dem Zerivan bis zur Mündung in den Sirwan, Länge 8 Kilometer.
    Die Benennung des Flusses in diesem Abschnitt ist nicht einheitlich. Gelegentlich wird er hier auch als Zerivan bezeichnet.
    Es werden die Dörfer Tazehabad-e Tefli, Tiflli und Ahmadabad berührt.

im Werk Karl Mays[Bearbeiten]

In „Von Bagdad nach Stambul“, dem dritten Band des „Orientzyklus“, führt der Weg Kara Ben Nemsis und Halefs entlang des Garran.

Zuvor hatten sie im zweiten Band, „Durchs wilde Kurdistan“, Amad el Ghandur aus türkischer Haft in Amadijah befreit. Für den Rückweg zu den Haddedihn wählen sie zusammen mit Mohammed Emin und Sir David Lindsay aus Sicherheitsgründen einen großen Umweg durch Kurdistan nach Norden und nach Osten, teils durch persisches Gebiet. Wegen verschiedener Auseinandersetzungen mit kurdischen Stämmen wird die Route immer wieder geändert. Auf diese Weise gelangen sie, anders als ursprünglich geplant, weiter nach Süden und an den Garran:

Nach einigen Stunden erreichten wir das Thal, welches zwischen den Höhen des Zagros und des Aroman liegt. Durch dieses Thal führt der berühmte Schamianweg, der die grade Verbindung zwischen Sulimania und Kirmanschah bildet. An einem kleinen Flüßchen hielten wir an.
„Dies ist der Garranfluß,“ sagte der Anführer der Dschiaf. „Ihr habt nun den rechten Weg, denn ihr braucht nur diesem Wasser zu folgen, welches in den Djalah fällt. Jetzt lebt wohl. Allah geleite euch!“
[2]

Wie Christian Blau nachgewiesen hat,[3] stammen die hier gemachten geografischen Angaben aus den Aufzeichnungen des Engländers Claudius James Rich, der die Gegend im Jahr 1822 bereist hat.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Zerivan kommt aus dem von May erwähnten Zeribar-See.
  2. Karl May: Von Bagdad nach Stambul Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 167.
  3. Blau, Christian: Claudius James Richs „Reise nach Kurdistan“, in: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 169, Radebeul 2011, S. 17-30.