Werdet frei! (Gedicht)

Aus Karl-May-Wiki
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Werdet frei! ist ein Gedicht von Karl May.

Text[Bearbeiten]

          Werdet frei!
Werdet frei! Ihr windet euch in Ketten,
  Und der Glaube nur kann euch befrein.
Werdet frei! Gott möchte gern euch retten,
  Aber grad durch ihn wollt ihrs nicht sein.
Ists so schwer, Verehrung dem zu zollen,
  Der da war und ist in Ewigkeit?
Werdet frei! Ihr braucht es nur zu wollen;
  Werdet frei. die ihr jetzt Sklaven seid!
Kam der Hauch des Herrn zur Erde nieder,
  Daß des Fleisches Ackerknecht er sei?
Oeffnet ihm die Heimatspforte wieder;
  Macht ihn vom Gesindedienste frei!
Längst schon ist des Himmels Ruf erschollen;
  Ihn zu hören, ists nun höchste Zeit.
Werdet frei! Ihr braucht es nur zu wollen;
  Werdet frei, die ihr jetzt Sklaven seid!
Hält die Fremde euch denn so gefangen,
  Daß ihr eure Heimat nicht mehr kennt?
Könnt ihr nicht mehr zu dem Wort gelangen,
  Welches euch beim rechten Namen nennt?
Wenn sie es euch offenbaren sollen.
  Sind viel heil'ge Stimmen gern bereit.
Werdet frei! Ihr braucht es nur zu wollen;
  Werdet frei, die ihr jetzt Skaven seid![1]

Textgeschichte[Bearbeiten]

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 18 und 19 enthalten. Der auf der folgenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Es giebt ein Geben, welches nimmt, und es giebt ein Nehmen, welches wie eine liebe Gabe erfreut.[3]

aktuelle Ausgaben[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl May: Himmelsgedanken, S. 18 f.
  2. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. Karl May: Himmelsgedanken, S. 20.

Weblinks[Bearbeiten]


Karl May: Himmelsgedanken
Himmelsgedanken 1900.jpg

Widmung. • Meine Legitimation. • Ragende Berge. • Gottesgedanke. • Liebe. • Ewig. • Gottesstunde. • Werdet frei! • Mein Himmel. • Sternensprache. • Sternschnuppe. • Sternkunde. • Bitte. • Gottesmahnung. • Hinauf – hinab. • Gnade. • Ade. • Heilesbotschaft. • "Vater!" • Läuterung. • Wohlthätigkeit. • Verzeihen. • Dein Auge. • Güte. • In die Berge. • Empor. • Ergieb dich drein. • Das Gewissen. • Selbstprüfung. • Einsicht. • Wohin? • Frage. • Räthsel. • Doppelsieg. • Berufung. • Unsern Dichtern. • Vogelsang. • Auf dem Friedhofe. • Wo sind die deinen? • Meine Engel. • An die Mutter. • Des Kindes Seligkeit. • Großmütterchen. • Frühling. • Blind und doch sehend. • Im Alter. • Die Leiden. • Kindschaft. • Heimkehr. • Umkehr. • Wunsch. • Das Kapellchen am See. • Mahnung. • Kannst du noch beten? • Andacht. • Hilf mir! • Reue. • Kanaan. • Im Traum. • Du hast – – – • Nur einer? • "Mehr Licht!" • Ich bin bei dir. • O bete gern! • Ich liebe. • Verständige Liebe. • Rückkehr zum Glauben. • Segen. • Meinem Schutzengel. • Tagesscheiden. • Dein Engel. • Zwei Worte. • Abendgebet. • Ein Wort von oben. • Ruhe. • Das Glück. • Drei Fragen. • Klarheit. • Der Mensch. • Zuversicht. • In tiefer Noth. • Das heilige Land. • Klage. • Nachruf. • Wahrheitstraum. • Guter Rath. • Zufall. • Abschied. • Schweigen. • Ernste Weisung. • Der Feind. • Deine Welt. • Sein ist die Zeit. • Eine Freundesstimme. • Das Volkslied. • Dichterwunsch. • Erdenleid. • Das Ich. • Wo? • Entwickelung. • Schön. • Des Waldes Seele. • Sonnenschein. • Das Vaterhaus. • Die Ehe. • Der Himmel auf Erden. • Vorwärts! • Die zweite Welt. • Abwehr. • Menschenliebe. • Der Völkerfriede. • In Ewigkeit. • Nachsicht. • Leitung. • Sei weise! • Wie das Meer. • Dank. • Menschenunmöglichkeit. • Quitt. • Bedachtsamkeit. • Selbstbetrug. • Von Kampf zu Kampf. • Zeit. • Das Wort. • Dein eigener Richterspruch. • Ein inneres Land. • Ueberflüssig. • Trost. • Weltweisheit. • Die Menschheitsseele. • Oberflächlichkeit. • 1901. • Zum Schluss.