Nachsicht (Gedicht)

Aus Karl-May-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Nachsicht ist ein Gedicht von Karl May.

Text

          Nachsicht.
Denk oft zurück ins eigne Leben;
  Verlang von Andern nicht zu viel!
Du weißt, es führte dich dein Streben
  Auch nur so nach und nach ans Ziel.
Du hast den Schwachen gern zu schonen;
  Du wurdest doch wohl auch geschont.
Die Liebe wird bei ihm sich lohnen,
  Wie sie sich einst bei dir gelohnt.
Und bist du auch nicht ganz zufrieden
  Mit dem, was er für dich gemacht,
Wir Menschen sind ja so verschieden:
  Er hat es anders sich gedacht.
Du solltest dich darüber freuen,
  Daß er dir guten Willen zeigt.
Auch du hast Manches zu bereuen,
  Auch dir fiel wohl nicht Alles leicht.
Drum laß den Zorn nicht überfließen;
  Ueb immer Nachsicht, hab Geduld;
Denn, wenn dich Etwas will verdrießen,
  Bist du vielleicht auch selbst mit schuld.[1]

Textgeschichte

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 305 und 306 enthalten. Der auf der gegenüberliegenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Die Weltgeschichte ist zu neun Zehnteilen Kriegs- und Eroberungsgeschichte. Wenn sie einst in demselben Maße Geschichte einer friedlichen Entwickelung geworden ist, dann mag der Mensch beginnen, von Nächstenliebe zu sprechen, eher aber nicht![3]

aktuelle Ausgaben

Anmerkungen

  1. ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 305 f.
  2. ↑ Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 307.

Weblinks


Karl May: Himmelsgedanken
Himmelsgedanken 1900.jpg

Widmung. • Meine Legitimation. • Ragende Berge. • Gottesgedanke. • Liebe. • Ewig. • Gottesstunde. • Werdet frei! • Mein Himmel. • Sternensprache. • Sternschnuppe. • Sternkunde. • Bitte. • Gottesmahnung. • Hinauf – hinab. • Gnade. • Ade. • Heilesbotschaft. • "Vater!" • Läuterung. • Wohlthätigkeit. • Verzeihen. • Dein Auge. • Güte. • In die Berge. • Empor. • Ergieb dich drein. • Das Gewissen. • Selbstprüfung. • Einsicht. • Wohin? • Frage. • Räthsel. • Doppelsieg. • Berufung. • Unsern Dichtern. • Vogelsang. • Auf dem Friedhofe. • Wo sind die deinen? • Meine Engel. • An die Mutter. • Des Kindes Seligkeit. • Großmütterchen. • Frühling. • Blind und doch sehend. • Im Alter. • Die Leiden. • Kindschaft. • Heimkehr. • Umkehr. • Wunsch. • Das Kapellchen am See. • Mahnung. • Kannst du noch beten? • Andacht. • Hilf mir! • Reue. • Kanaan. • Im Traum. • Du hast – – – • Nur einer? • "Mehr Licht!" • Ich bin bei dir. • O bete gern! • Ich liebe. • Verständige Liebe. • Rückkehr zum Glauben. • Segen. • Meinem Schutzengel. • Tagesscheiden. • Dein Engel. • Zwei Worte. • Abendgebet. • Ein Wort von oben. • Ruhe. • Das Glück. • Drei Fragen. • Klarheit. • Der Mensch. • Zuversicht. • In tiefer Noth. • Das heilige Land. • Klage. • Nachruf. • Wahrheitstraum. • Guter Rath. • Zufall. • Abschied. • Schweigen. • Ernste Weisung. • Der Feind. • Deine Welt. • Sein ist die Zeit. • Eine Freundesstimme. • Das Volkslied. • Dichterwunsch. • Erdenleid. • Das Ich. • Wo? • Entwickelung. • Schön. • Des Waldes Seele. • Sonnenschein. • Das Vaterhaus. • Die Ehe. • Der Himmel auf Erden. • Vorwärts! • Die zweite Welt. • Abwehr. • Menschenliebe. • Der Völkerfriede. • In Ewigkeit. • Nachsicht. • Leitung. • Sei weise! • Wie das Meer. • Dank. • Menschenunmöglichkeit. • Quitt. • Bedachtsamkeit. • Selbstbetrug. • Von Kampf zu Kampf. • Zeit. • Das Wort. • Dein eigener Richterspruch. • Ein inneres Land. • Ueberflüssig. • Trost. • Weltweisheit. • Die Menschheitsseele. • Oberflächlichkeit. • 1901. • Zum Schluss.