So trifft man oft sich wunderbar
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So trifft man oft sich wunderbar ist ein Gedicht aus der Rubrik Allerlei der von Karl May redaktionell betreuten Zeitschrift Schacht und Hütte. Es wurde in Heft 42 abgedruckt.
Text[Bearbeiten]
- So trifft man oft sich wunderbar.
- Das Leben bleibt sich niemals gleich,
- An Ueberraschung ist’s sehr reich,
- Und das ist sehr gut auf Ehr‘
- Weil sonst es gar zu ledern wär.
- Zwei sitzen auf der Eisenbahn;
- Der Eine sieht den Andern an.
- Zuletzt da heißt’s: "Bis t Du es, sprich?"
- "Ich bins – na jetzt erkenn‘ ich Dich!"
- Sie reichen Hand und Mund sich dar,
- So trifft man oft sich wunderbar!
- Am Grabe dort beim Blumenstock
- Die Frau weint, daß sie stoßt der Bock.
- Daneben an dem andern Grab
- Wischt sich ein Mann die Augen ab.
- Er schielt durch’s Tuch, sie durch die Hand
- Sie werden mit der Zeit bekannt.
- Der Wittwer fand die Wittwe schön,
- Bald sieht man sie am Altar stehn.
- ’ne pure Schickung, das ist klar,
- So trifft man oft sich wunderbar!
- Ein Ehemann geht zum Maskenball
- Und führt ein Dämchen aus dem Saal;
- In einem Zimmer nebenan
- Reicht er ihr Wein und Marzipan.
- Sie ziert sich, doch er bittet schön:
- "Ich muß Dich ohne Maske sehn!"
- Die Maske fällt, der Mann schreit: "Au,
- Potz Blitz, das ist ja meine Frau!"
- Voll Grauen sträubt sich ihm sein Haar,
- So trifft man oft sich wunderbar!
- Von seinen Gütern oft erzählt
- Ein junger Mann, der unvermählt;
- Sein Bräutchen aber schwatzt ohn End‘
- Von ihrer Tante Testament.
- Da geht einmal auf’s Leihhaus er,
- Sonst nämlich pumpt ihm Niemand mehr.
- Und wie er stürmt hinauf trapp trapp,
- Kommt eben seine Braut herab.
- Der Ort, das Haus macht Alles klar,
- So trifft man oft sich wunderbar!
Herkunft[Bearbeiten]
Die Anekdote stammt nicht von Karl May. Es ist eine Übernahme aus Nr. 551 der Fliegende[n] Blätter, in der sie 1865 unter dem Titel Das wunderbare Zusammentreffen abgedruckt wurde.