Derbend

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Derbend
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

In den Schluchten des Balkan

Reiseroute über Derbend

Derbend ist ein Ort, über den Karl May im Orientzyklus die Reiseroute seiner Helden Kara Ben Nemsi, Halef, Omar und Osko führt. Sie kommen von Menlik und reiten weiter nach Jenikoi.[1]

May hat diesen Ort, wie alle anderen in den letzten drei Bänden des Orientzyklus —mit Ausnahme von Bu-kiöj—, der „Karte der Balkanländer“ von Friedrich Handtke aus dem Jahr 1880 entnommen.[2]

In anderen Karten ist der Ort als „Derbendhan“[3] oder „Derbend Ch.“[4], also „Derbend-Gasthof“ bezeichnet. In der letzteren Karte sind zahlreiche weitere Chans, oft namenlos, verzeichnet. Sie alle sind ebenso wie der Derbend Chan mit einer besonderen Signatur dargestellt, die sie von den Dörfern unterscheidet. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Derbend Karl Mays nicht um ein Dorf handelte[5], so dass der Versuch einer genauen Lokalisierung scheitern muss.

Nach den Karten muss der Ort in der Nähe des heutigen Dorfes Strumeshnitsa gelegen haben. Strumeshnitsa liegt an der Strumica im Südwesten Bulgariens, nahe der Grenzen zu Nordmazedonien und zu Griechenland.

„Derbend“ ist oder war Bestandteil zahlreicher geografischer Bezeichnungen. Es bedeutet Pass, Engpass oder Schlucht[6], oft mit einem Fort befestigt[7].

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl May: In den Schluchten des Balkan. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 393.
  2. Claus Roxin: Bemerkungen zu Karl May Orientroman In: Karl-May-Studien, Bd. 1, Igel-Verl. Wiss., Paderborn 1991
  3. Huber, I.: Europaeische Türkey und Griechenland S. Beyerlein, Nürnberg 1853
  4. Heinrich Kiepert: General-Karte von der Europäischen Türkei, Dietrich Reimer, Berlin 1853
  5. Auch Ami Boué schreibt in seinem „Recueil d'Itinéraires dans la Turquie d'Europe“ von dem Derbend Han; es kann also kein Dorf gemeint sein.
  6. Ayşe Kayapinar: La circonscription ottomane de Varna et sa région au xvie siècle In: Études Balkaniques-Cahiers Pierre Belon 2009/1 (n° 16), S. 311.
  7. Einen Kilometer westlich von Strumeshnitsa findet sich ein Ort, auf den diese Beschreibung passt. Hier gibt es auch die Ruinen eines Forts, Samouils Festung genannt