Hajis

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Route über Hajis

Haysay (arabisch: هيسي, kurdisch: Hêsê/هێسێ, weiter alternative Namen: Hiyyis, Hese, Hēsī, Hesie) ist ein kleiner Weiler im Distrikt Amediye des Gouvernements Dahuk im Irak. Es liegt 9 Kilometer nordnordwestlich der Distriktshauptstadt und 10 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Im Jahre 1846 war es ein sehr armes assyrisches Dorf, in dem nur vier Familien wohnten.[1]

1957, vor Beginn der Verfolgung ethnischer Minderheiten im Nordirak durch das irakische Baath-Regime, hatte der Ort 194 Einwohner in 35 Häusern. Von 1961 bis 1988 wurde es mehrfach zerstört. Die Bewohner flohen oder wurden deportiert.[2][3]

Heute ist im Luftbild eine Siedlung von sieben gleichartigen Gebäuden erkennbar.

bei Karl May[Bearbeiten]

Hajis
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Durchs wilde Kurdistan

Nachdem Kara Ben Nemsi, Halef, Mohammed Emin und Sir David Lindsay in Amadijah Amad el Ghandur, Mohammed Emins Sohn, aus türkischer Haft befreit haben, fliehen sie in Richtung Norden, weil sie annehmen, hier nicht verfolgt zu werden. Zuvor hatten sie in Amadijah erfahren, dass ihr Weg sie über Hajis führt:

„Wie sind die Wege von hier nach Gumri?“
„Du mußt zunächst in das Thal von Berwari hinab, und zwar auf einem Pfade, der so steil und gefährlich ist, daß man nicht reiten kann, sondern die Pferde am Zügel führen muß. Das Thal ist reich von Eichen bewaldet und enthält Dörfer, welche teils von Kurden und teils von nestorianischen Chaldäern bewohnt werden. Auch durch die dürre Ebene wirst du kommen, welche wir Newdascht nennen und in der das kurdische Dorf Maglano liegt; dann erreichest du den kurdischen Weiler Hajis, in welchem nur einige arme Familien wohnen. Du mußt über viele Gewässer hinweg, die alle dem Zab zufließen, und erblickst Gumri schon von weitem, da es auf einem hohen Felsen erbaut ist, welcher ganz allein in der Ebene steht.“
[4]

Diese Beschreibung stimmt sehr genau mit den Angaben überein, die May in Layards Reisbeschreibung gefunden hat.[1]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Layard, Austen Henry: Niniveh und seine Ueberreste, Neue wohlfeile Ausgabe, Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1854, S. 92.
  2. Sinemillioglu, Hasan: Wiederaufbau des ländlichen Raumes unter den besonderen Bedingungen der Krise in Kurdistan / Irak, Dissertation, Technische Universität Dortmund 2011, S. 239-241.
  3. Majed Eshoo: The Fate Of Assyrian Villages Annexed To Today's Dohuk Governorate In Iraq And The Conditions In These Villages Following The Establishment Of The Iraqi State In 1921 Mary Challita (Hrsg.), 2004.
  4. Karl May: Durchs wilde Kurdistan. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 216.