Scheik Adi

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Grabmal von Scheich Adi

Lalisch (kurdisch: Laliş; arabisch: ‏لالش‎, Lāliš), bei Karl May nach der Grabanlage Scheik Adi genannt, ist ein Ort im heutigen Irak, ca. 60 km nördlich der Stadt Mossul gelegen. In Lalisch befindet sich das Zentrale Heiligtum der Glaubensgemeinschaft der Jesiden, einer Minderheit im Volk der Kurden. Dieses Heiligtum soll nach Möglichkeit einmal pro Jahr aufgesucht werden. Es ist die Grabstätte von Scheich Adi ibn Musafir ((arabisch: ‏عدي بن مسافر الاموي‎; 1073/78-1162/63). Er gilt als wichtigster Reformator dieses Glaubens.

Außerdem war die Tempelanlage in Lalisch immer wieder auch Schauplatz von Gräueltaten an den Jesiden.

bei Karl May[Bearbeiten]

Scheik Adi
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Durch die Wüste
Durchs wilde Kurdistan

Die Jesidi (bei Karl May "Dschesidi") führen Kara Ben Nemsi und seine Gefährten von Baadri nach Scheik Adi.

Erst nach einer starken Stunde erreichten wir den Gipfel des Passes und konnten nun in das grüne bewaldete Thal von Scheik Adi hinabblicken. Ein Jeder schoß, sobald er die weiße Thurmspitze des Grabmales erblickte, sein Gewehr ab, [...]
In diesem Hofe erhebt sich das eigentliche Gebäude des Grabmales, welches von zwei weißen Thürmen überragt wird, die mit dem tiefen Grün des Thales lebhaft und wohltuend contrastiren. Ihre Spitzen sind vergoldet und ihre Seiten in viele Winkel gebrochen, zwischen denen sich Licht und Schatten jagen. Über dem Thorwege waren einige Figuren ausgehauen, in denen ich einen Löwen, eine Schlange, ein Beil, einen Mann und einen Kamm erkannte. Das Innere des Gebäudes ist, wie ich nachher sah, in drei Hauptabtheilungen geschieden, von denen die eine größer ist, als die beiden andern. Diese Halle wird von Säulen und Bogen getragen und hat einen Brunnen, dessen Wasser für sehr heilig gehalten wird. Mit demselben werden die Kinder getauft. In der einen der zwei kleineren Abtheilungen befindet sich das eigentliche Grab des Heiligen.[1]

Im Tal von Scheik Adi stellen die Dschesidi auf Anraten von Kara Ben Nemsi und unter der Führung von Ali Bey den türkischen Truppen eine Falle nach dem Muster der Schlacht im Tal der Stufen. Der greise Pir Kamek rächt hier die Ermordung seiner Frau und seiner Söhne, indem er sich mit dem Mörder, dem Mir Alai Omar Amed, in die Flammen eines Holzstoßes stürzt. Die Türken müssen sich ergeben und in Friedensverhandlungen eintreten.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl May: Giölgeda padishanün. In: Deutscher Hausschatz, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1881/82, S. 637.

Weblinks[Bearbeiten]