Mia

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Route über Mia (Maja)

Mayê (kurdisch: مايێ) ist ein Dorf im Distrikt Amediye des Gouvernements Dahuk im Irak. Es liegt bei 37°14'36" nördlicher Breite und 43°24'40" östlicher Länge, 18 Kilometer nordnordwestlich der Distriktshauptstadt und 5 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Mayê besteht aus zwei einige hundert Meter voneinander entfernt liegenden Teilen: einem unteren, weiter südlich zum Tal hin gelegenen und einem oberen, weiter nördlich und höher gelegen. Der obere Teil wird Mayê Îslam (kurdisch: مايێ ئيسلام) oder Mayê serî (oberes Mayê) genannt, der untere Mayê Nesara (kurdisch: مايێ نەسارا, christliches Mayê) oder Mayê binî (unteres Mayê).

Für Mayê Nesara gibt es weitere Namensvarianten:

  • kurdisch: Mey / مەى
  • arabisch: Mūyī / موي oder Qaryat Māyī / قرية مايي

Im Jahre 1846 berichtet Layard über Mayê:

Wir erreichten daher Mia[1] erst nach Sonnenuntergang. Es giebt zwei Dörfer dieses Namens, das obere, das von Mohamedanern bewohnt wird, und das untere, welches nestorianische Chaldäer inne haben. Ein Kurde begegnete uns, als wir in das erstere hinein reiten wollten, und brachte uns eine Botschaft von Abd-el-Summit Bey, welche besagte, daß, weil er Gäste habe, er uns dort nicht aufnehmen könne; er habe aber in dem christlichen Dorfe ein Haus für uns einrichten lassen, wo er uns nach der Tafel besuchen wolle. Ich ritt nun auf das untere Mia zu und fand eine Abtheilung Kurden, welche die Einwohner prügelten und Teppiche und Hausgeräthe bei ihnen aufsammelten.[2]

Im Zuge der Verfolgung ethnischer Minderheiten im Nordirak durch das irakische Baath-Regime wurde Mayê, wie fast alle Dörfer der Umgebung, im Jahre 1978 völlig zerstört.[3][4] Heute ist das Dorf wieder zumindest im Sommer bewohnt, das Gelände ist aber immer noch vermint.

bei Karl May[Bearbeiten]

Mia
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Durchs wilde Kurdistan

Die erste Kunde über Mia erhält Kara Ben Nemsi von dem Kurden Dohub, als er von diesem mit seinen Gefährten Halef, Mohammed Emin, Sir David Lindsay und Amad el Ghandur in Gumri eingeführt wird:

“Die Christen in den Tijaribergen heulen wie die Hunde, welche man angekettet hat. Sie wollen gern los sein, aber ihr Bellen hilft ihnen nichts. Wir haben vernommen, daß sie in das Thal von Berwari einfallen wollen; ja, sie haben bereits einige Männer unsers Stammes getötet; aber das Blut derselben wird sehr bald über sie kommen. Ich war heute in Mia, wo morgen eine Bärenjagd abgehalten werden soll, und fand das ganze untere Dorf verlassen.“
„Es giebt wohl zwei Dörfer, welche Mia heißen?“
„Ja; sie gehören unserm Bey. Das obere Dorf wird nur von echten Moslemim und das untere nur von christlichen Nestorah bewohnt. Diese letzteren sind plötzlich verschwunden.“
[5]

Zu der Bärenjagd werden auch die fünf Gefährten eingeladen, und so brechen sie am nächsten Morgen mit dem Bey von Gumri nach Mia auf.

Wir ritten im scharfen Tempo die Höhe hinunter und kamen bald an die Stelle, wo der Weg sich nach dem obern und dem untern Dorfe zu teilt. Wir schlugen die erstere Richtung ein, da der Bey in dem oberen Dorfe ein Haus besaß. Er wurde an demselben von einer Schaar Kurden erwartet, welche mit langen Lanzen und vielen kurzen Wurfspießen bewaffnet waren. Es war die Jagdgesellschaft.[6]

Die Jagd findet etwas jenseits von Mia statt. Nachdem Lindsay seinen kaltblütigen Mut beim Erlegen zweier Bären bewiesen hat, soll noch ein wenig weiter östlich eine zweite Bärenfamilie gejagt werden. Auf dem Weg dorthin wird die Gesellschaft von den Leuten des Melek von Lizan überfallen. Kara Ben Nemsi und Lindsay werden getrennt von den anderen gefangen genommen und in Richtung Lizan verschleppt, können sich aber für kurze Zeit befreien, bevor sie an dem Ort des Überfalls bei Mia erneut in die Falle gehen und feststellen müssen, dass auch die anderen gefangen wurden.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Es ist zu bedenken, dass diese Schreibweise von einem Engländer stammt und daher etwa wie "Mayeh" auszusprechen sein dürfte
  2. Layard, Austen Henry: Niniveh und seine Ueberreste, Neue wohlfeile Ausgabe, Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1854, S. 94.
  3. Sinemillioglu, Hasan: Wiederaufbau des ländlichen Raumes unter den besonderen Bedingungen der Krise in Kurdistan / Irak, Dissertation, Technische Universität Dortmund 2011, S. 239-240.
  4. Majed Eshoo: The Fate Of Assyrian Villages Annexed To Today's Dohuk Governorate In Iraq And The Conditions In These Villages Following The Establishment Of The Iraqi State In 1921 Mary Challita (Hrsg.), 2004
  5. Karl May: Durchs wilde Kurdistan. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 425.
  6. Karl May: Durchs wilde Kurdistan. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, S. 441.